Donnerstag (Jueves), 06.06.2013:

6:30 Uhr. Ich werde wach, weil im Zimmer über mir jemand meint mit Stöckelschuhen permanent auf und abgehen zu müssen. Anscheinend checken die Bewohner dort aus, weil nach gut fünf Minuten der Lärm zu Ende ist und ich höre wie die Schuhe samt Besitzerin die Treppe runter laufen und sich immer weiter entfernen. Ich schlafe also weiter und stehe um 8:30 Uhr auf. Heute kann man La Gomera deutlich besser sehen, die Wolken sind nicht mehr so viel und so schwarz wie gestern. Der Tag scheint also schön zu werden. Ich springe erst mal unter die Dusche.

Um 11:45 hat sich die Reiseleitung zum Begrüßungstreff angesagt, bis dahin hab ich Zeit meine Notizen für den gestrigen Tag niederzuschreiben, was ich auch mache. Allerdings erst nach dem Frühstück. Also ab in den Speiseraum. Es gibt hier auch dunkles Brot, es ist allerdings etwas trocken und rissig und nicht mit unserem guten Schwarzbrot zu vergleichen. Es bedarf hier wohl etwas Nachhilfe…

Mein Frühstück besteht weiter aus Kaffee, Orangensaft, Semmel, Brot, Butter, Marmelade und Käse. Zum Abschluss noch etwas Obst (Melone, Ananas und Pfirsich). Der Kaffee kommt, wie auch damals in Lanzarote aus Kaffeeautomaten und ist durchaus trinkbar. Nach dem Frühstück lasse ich noch den Safe meinem Zimmer aktivieren, es ist mir sicherer, die wertvolleren Sachen wegschließen zu können. Bis 11:40 Uhr bleibe ich im Zimmer, notiere meine Tagebuchinfos und genieße die Aussicht über den Atlantik in Richtung La Gomera.

Beim Begrüßungstreff werden die Ausflüge, zu denen wir bei der Ankunft schon ein Infoblatt bekommen hatten, nochmals erklärt. Ich buche gleich für den morgigen Freitag die Tour „Teide-halber Tag“, den Loro-Park (erster Landschaftszoo Europas) für Samstag und La Gomera für Montag. Damit bin ich dann erst mal ausgelastet… 🙂

Die Aktion dauert bis ca. 12:20 Uhr, im Anschluss trinke ich in der Bar noch einen Kaffee und gehe nochmal kurz ins Zimmer, notiere meine Infos für den ersten Tag und sehe  mir ein paar Infos zu meinen gebuchten Touren an. Mittagessen gibt es heute um 14:00 Uhr. Es besteht aus Kalbsgeschnetzeltem, Nudeln mit Bolognesesauce und verschiedenem Gemüse. Dazu Papas Arrugadas mit Mojo-Sauce und Salat. Das Dessert besteht aus einer Vielzahl an kanarischen Kuchen und Obst (Melonen, Papaya, Bananen, Äpfel, etc.). Das Fleisch ist zart und gut gewürzt. Hier heute keine Abzüge. Auch die Bolognese ist sehr gut. Nach dem Essen genehmige ich mir noch einen Espresso in der Bar, da die Kaffeemaschinen oben beim Mittagsbuffet außer Betrieb und abgedeckt sind. Draußen machen grade die Animateure vom Kids-Club mit einer Meute Kinder singend eine Art Polonäse zwischen den Tischen durch.

Zurück im Zimmer überlege ich was ich heute noch mache. Ich chille etwas auf dem Balkon und beschließe dann nochmal nach unten zum Strand zu gehen. Ich laufe durch die Serpentinen der Hotelanlage, nehme natürlich den falschen Aufzug und laufe dann wieder in die andere Richtung, bis ich schließlich den Südausgang passiere.

Am Strand sind wie immer jede Menge Leute unterwegs, die kleine schwarzsandige Badebucht ist stark frequentiert, aber trotzdem nicht überlaufen.

Ich laufe ein ganzes Stück an der Küste entlang, mache noch einige Fotos und besuche zum Abschluss einen Supermarkt (Supermercado). Dort nehme ich mir ein kleines Weißbrot und Käse mit, da ich ja morgen früh kein Frühstück machen kann. Der Bus holt mich ja schon um 7:20 Uhr am Hotel ab. Es ist ein sehr großer Supermarkt namens Mercadona. Die Preise sind ähnlich den unseren. An der Kasse fällt mir ein, dass ich eine Tüte benötige, weil ich nur mit Fotokamera, aber ohne Rucksack unterwegs bin. Hmm, was zum Teufel heißt jetzt „Tüte“ auf Spanisch? An der Kasse gegenüber fallen mir während des Wartens zwei Preiszettel an einer Säule der Kasse auf. Ich gehe zwei Schritte darauf zu und kann erkennen, dass es sich tatsächlich um die Preise für die Plastiktüten (auf Spanisch: Bolsa) handelt. Una Bolsa peqeña (kleine Tüte) kostet zwei Cent, die große (Bolsa grande) kostet zehn Cent. Da ich beschlossen habe meine einigen wenigen Spanischkenntnisse auch anzuwenden ordere ich die Tüte bei der Kassiererin auch auf Spanisch, was sie offenbar versteht. Interessant finde ich, dass hier die Kassiererinnen den Kunden die Ware sogar in die Tüten packen oder zumindest dabei helfen. Bei uns sieht man das eher selten, um nicht zu sagen gar nicht…

Zurück im Hotel ist auf der Bühne gerade das Kinderprogramm mit Figuren, ähnlich denen aus der Sesamstraße, im Gange. Im Hotel sind viele Familien mit Kindern. Die meisten werden so zwischen 3 und 6 Jahre alt sein, nur wenige sind älter. Liegt vermutlich daran, dass keine Ferien mehr sind. Jedenfalls haben die Kleinen offenbar riesigen Spaß an der Show. Allgemein wird hier ein sehr umfangreiches Programm für alle Altersstufen geboten.

Ich bringe also meine Kamera ins Zimmer und gehe wieder auf die Sonnenterrasse. Bei einem Kaffee und Tonic-Water relaxe ich einige Zeit, bevor ich schließlich gegen 20:15 Uhr zum Abendessen gehe. Ein gemischter Salat, ein paar Stückchen Käse und Baguette, begleitet vom obligatorischen Glas Vino Tinto und das Abendessen ist im wahrsten Sinne des Wortes „gegessen“… 😉

Anschließend hole ich nochmal meine Kamera um für eventuelle Situationen, die deren Einsatz erfordern, gewappnet zu sein. Ich mache ein paar Bilder von den laufenden Veranstaltungen und genieße den Rest des Abends bei Vino Tinto mit Blick auf das in der Nacht verschwindende La Gomera. Gegen 23:30 Uhr bin ich im Zimmer und begebe mich ins Bett.