Dienstag (Martes), 11.06.2013:

Heute habe ich mir die Besichtigung des Moringagardens (www.moringagarden.eu) vorgenommen. Ich hatte schon von Deutschland aus per eMail Kontakt hergestellt und gestern von La Gomera aus mit Rolf vereinbart, dass ich heute vorbeikomme. Der Moringagarden ist in La Hidalga, nähe Güimar. Dorthin muss ich mit den öffentlichen grünen Titsa-Bussen fahren. Nach dem Frühstück mache ich mich also um ca. 8:00 Uhr auf den Weg nach unten zur Bushaltestelle. Ich fahre mit der Linie 477 Richtung Los Cristianos. Nach ca. 40 Minuten sind wir an der Estación de Guagua (Busbahnhof) in Las Américas. Dort kaufe ich mir die Bono-Bus Karte für 15,00 €. Dabei handelt es sich um eine Art Prepaid-Karte, womit die Fahrten deutlich günstiger sind, als zum Normalpreis. Dazu steckt man das Ticket in einen, in jedem Bus vorhandenen Automaten, nennt dem Fahrer sein Ziel und der Betrag wird von der Karte abgezogen. Mein Bus der Linie 111 fährt erst in 20 Minuten, also trinke ich noch einen Kaffee, aus einer dreigruppigen Siebträgermaschine, sehr lecker!

Um 9:30 fährt dann der Bus ab Richtung Santa Cruz. Ich steige an der Ausfahrt 20 (Arafo) aus und laufe zur Repsol-Tankstelle. Dort holt mich Rolf vom Moringagarden, wie besprochen, ab. Wir fahren ein paar hundert Meter und biegen dann ab. Nach wenigen Minuten sind wir am Moringagarden. Rolf zeigt mir ein Feld mit Moringas, die zwischen einem und fast drei Meter hoch sind. Die Ernte hat, wie mir Rolf erzählt, gerade vor wenigen Tagen begonnen. Unter den Moringas gibt es gerade eine interessante Wandlung, einige Pflanzen, die noch im letzten Jahr grün waren ändern Ihre Farbe zu rötlich. Bislang kann sich das noch niemand erklären, denn es sind einzelne von identischen Pflanzen, die dieses Phänomen zeigen. Wissenschaftliche Analysen sind bereits am Laufen. Ich kann hier direkt von den Moringabäumen die frischen Blätter und Schoten probieren, das ist mal ganz was anderes als das Pulver, das ich bisher kannte.

Nach der Besichtigung des Moringafeldes fahren wir ein paar hundert Meter weiter zum Büro. Dort gibt es Moringa-Blattaufguss, eine Art Tee, der etwas an Kamillen- und Pfefferminztee erinnert und sehr lecker schmeckt. Ich erfahre noch einiges zum Moringa (eine Vielzahl Infos hatte ich ja bereits aus dem eBook, das ich schon vorher gelesen hatte) und zum Moringagarden. Es war interessant das Ganze mal direkt zu sehen und zu schmecken und auch einige Leute aus dem Moringagarden persönlich kennen zu lernen. Gegen 12:15 Uhr bringt mich Rolf wieder hinunter zur Bushaltestelle unterhalb der Repsol-Tankstelle. Dort warte ich auf den Bus. Man muss hier an der Haltestelle einen Knopf drücken, dann sieht der Busfahrer oben an der Autobahn, dass jemand zusteigen will und fährt die Haltestelle an. Ansonsten würde er auf der Autobahn bleiben und weiter fahren. Der Bus kommt schließlich um 12:45 Uhr und ich fahre wieder zum Busbahnhof in Las Américas.

Dort steht gerade die Linie 473 zur Abfahrt bereit. Der fährt zwar etwas länger, weil er mehr Haltestellen anfährt, aber ich weiß nicht wann der nächste 477er fährt und so beschließe ich diesen Bus zu nehmen. Ein älteres Rentnerehepaar will grade vor mir in den Bus steigen. Da die beiden aber ein Eis essen lässt der Fahrer sie nicht einsteigen. Er macht ihnen mit Handzeichen klar, dass im Bus nicht gegessen werden darf. Wie ich dem Dialekt entnehme kommen die beiden aus unserem nördlichen Nachbarland – aus Norddeutschland! J

Die meisten Fahrer sprechen hier zumeist auch englisch, aber deutlich seltener deutsch. Trotzdem die beiden nicht einsteigen dürfen machen Sie aber auch die Türe nicht frei. Der Fahrer gibt ihnen nochmal ein Zeichen und sie verstehen jetzt offenbar, dass jemand hinter ihnen ist und lassen mich einsteigen. Ich nenne mein Fahrziel und setze mich auf einen Platz. Der Bus schließt die Türen und fährt los, ohne die beiden, die immer noch ihr Eis essen. Das scheint den beiden gar nicht zu passen. Da werden sie wohl den nächsten Bus nehmen müssen.

Ich bin schließlich um ca. 15:15 Uhr wieder zurück in meinem Hotel und hole mir an der Poolbar eine Kleinigkeit zu Essen, da das Mittagsbuffet schon geschlossen hat. Es gibt dort u.a. Pizza, Chicken Nuggets, Pommes, etc. Danach entspanne ich mich den Nachmittag über, während ich einfach nur aufs Meer hinaus blicke. Um ca. 19:15 Uhr gehe ich Richtung Bar und Nicole und Michael laufen mir über den Weg, sie kommen gerade von der Katamaran-Tour zurück und haben sich einen Sonnenbrand eingefangen. Da wir um 20:30 Uhr das mexikanische A la Carte-Essen reserviert hatten, verabreden wir uns für später auf der Terrasse.

Um 20:30 Uhr geht’s dann ins Restaurant Xalapa. Dort gibt es erst mal Nachos mit drei verschiedenen Dips und auf der Karte mehrere Menüs zur Auswahl. Ich nehme Fajita aus Kalb und Huhn, Nicole und Michael bestellen Tacos mit Schweinefleisch. Zunächst kommen aber mal mit Käse überbackene Nachos und ein Art Salat mit Fleisch und Bohnen in einem Teller aus Tortilla-Teig. Schon diese Vorspeisen machen gut satt und wir lassen fast die Hälfte übrig. Danach werden die Hauptspeisen serviert. Bei Nicole und Michael je zwei Tortilla-Teigfladen mit Schweinefleisch und Gemüsezeugs drauf und dazu einen gelben Reis. Bei mir kommen mehrere Tortilla-Fladen in einer kleinen runden Box und ein heißes Eisenpfännchen mit gebratenen Kalbs- und Hühnchenstreifen und Zwiebeln, dazu ebenfalls der leckere Reis. Schon die optische Menge ist so riesig, dass wir uns fragen, wer denn jetzt noch zum Essen kommt? Das Essen ist als absolut lecker einzustufen, aber wir schaffen nicht mal mehr die Hälfte, zumal es ja auch noch Nachtisch gibt. Dieser besteht bei Nicole und mir aus einem gegrillten Früchtespieß mit einer weißen Soße und bei Michael aus drei kleinen runden Apfelkuchen-Stücken mit einer Kugel Eis darauf.

1So gesättigt setzen wir uns noch in die Bar Habana und nehmen noch einen gemeinsamen Abschiedstrunk, denn die beiden fahren morgen in den Loro-Park und so werden wir uns wohl vor meiner Abreise nicht mehr sehen. Da die beiden morgen somit wieder zeitig aufstehen müssen und zudem noch mit den Auswirkungen ihres Sonnenbrandes zu kämpfen haben, verabschieden wir uns gegen 22:45 Uhr. Ich bleibe bei zwei letzten Gläsern Vino Tinto noch etwas sitzen und höre den beiden Sängerinnen in der Bar Tenerife zu, amüsiere mich, wie auch einige andere Gäste über einen kleinen, etwa fünf Jahre alten, dunkelhäutigen Jungen mit blinkenden LEDs an der Schuhen, der immer wieder nach vorne läuft und wild zur Musik tanzt. Egal ob ihn der Vater oder die Mutter wieder wegholt – sobald er sich losreißen kann flitzt er wieder nach vorne und tanzt weiter. Er scheint einen riesigen Spaß daran zu haben. Gegen 0:00 Uhr bin ich in meinem Zimmer um dort die letzte Urlaubsnacht zu verbringen. Morgen geht es leider schon wieder zurück… 🙁