Schlusswort (epílogo):

Ähnlichkeiten mit lebenden Personen sind nicht zufällig und durchaus beabsichtigt. 🙂
Anmerkungen zu Dialekten oder Herkunft stellen keinerlei Wertungen dar. Sollte jemand mit seiner Nennung nicht einverstanden sein, bitte ich über die das Kontaktformular auf der Webseite um Mitteilung. Gleiches gilt, wenn mir jemand einfach nur so etwas sagen möchte.

Evtl. gefundene Rechtschreibfehler dürft Ihr behalten!

Ich danke euch fürs Lesen und wünsche euch alles Gute!


1) http://www.youtube.com/watch?v=ur8tecLqWiA

2) http://www.franken-wiki.de/index.php/Kategorie:Fränkisch

Zusammenfassung (resúmen):

Zusammenfassend kann ich sagen, dass das Hotel eine gute Wahl war. Ich kann es nur empfehlen. Zwar liegt es nicht direkt am Meer, aber die 5-10 Minuten Fußweg sind m.E. in Kauf zu nehmen.  Auch waren die einzelnen Bereiche des Hotels, wie die Pools oder die Bars zu keiner Zeit überlaufen, trotzdem ja doch sehr viele Gäste im Hotel waren. Das Buffet war sehr reichhaltig und abwechslungsreich. Die Kuchen und Pasteten waren der Hammer… Ich muss noch anmerken, dass die Verkostung dieser Desserts ausschließlich deshalb erfolgte, um mein fachliches Urteil als Bäcker abgeben zu können! 🙂

Das Hotelpersonal spricht neben spanisch auch englisch und eine große Zahl, vor allem an der Rezeption auch deutsch. Alle waren ausnahmslos freundlich und zuvorkommend. Verständigungsprobleme gab es also nicht.

Es waren zwar auch sehr viele Kinder mit im Hotel, die aber nicht störend waren, man hat nur hin und wieder Aktionen, die die Animateure mit den Kindern durchgeführt haben, am Rande mitbekommen. Allerdings war das Kinderprogramm nur auf Englisch, für nur deutsch sprechende Kids könnte das schwierig werden.

Einziges Manko wäre evtl., dass sich die Touren durch die Abholungen an den ganzen Hotels etwas in die Länge ziehen. Die Lage des Hotels macht aus meiner Sicht aber diesen kleinen „Nachteil“ wieder wett. Dem könnte man aber auch durch einen Mietwagen Abhilfe schaffen. Die Benzinpreise sind mit 1,10 € bzw. 1,18 € ca. 40 Cent pro Liter günstiger als bei uns und haben sich die gesamte Woche über nicht verändert.

Die Reiseleitung war in Ordnung, ist zweimal die Woche im Hotel anwesend und auch telefonisch jederzeit erreichbar, was ich aber nicht in Anspruch nehmen musste. Die Touren sind gut organisiert, mit ein wenig Recherche oder Umsehen in der näheren Umgebung kann man aber auch noch schöne weitere Touren und Angebote über örtliche Veranstalter finden.

Ich hatte die Reise im Reisebüro gebucht und war mit dem Veranstalter FTI insgesamt sehr zufrieden. Allerdings ist eine Woche für Teneriffa m.E. zu kurz, man sollte zumindest 10 Tage, besser noch zwei Wochen dort sein, um in Ruhe einiges zu sehen und zu erleben.

Diesmal waren‘s nur acht Tage – doch ich komm wieder, keine Frage!

Mittwoch (Miércoles), 12.06.2013:

Ich schlafe heute mal etwas länger, gehe frühstücken und bin gegen 10:00 Uhr wieder im Zimmer. Ich packe langsam meinen Koffer, bis 12:00 Uhr muss ich das Zimmer räumen. Mein Bus zum Flughafen ist für 18:25 Uhr angekündigt. Ich checke um 11:45 Uhr aus und bringe meinen Koffer in den „Kofferraum“.

Danach mache ich mich nochmal auf den Weg runter zur Playa La Arena und der feinsandigen schwarzen Badebucht. Die Sonne brennt vom wolkenlosen Himmel. Zum Glück weht immer wieder ein leichter Wind. Ich laufe insgesamt zweieinhalb Stunden durch die Straßen, vorbei an Geschäften und Bars. Im Mercadona kaufe ich noch Picos (Brotsticks) und Mini Tostas (Minitoasts) sowie Mojo-Soßen. Die Kollegen in der Arbeit sollen ja auch was bekommen. 🙂 Außerdem habe ich am Dienstag mein sechsjähriges Firmenjubiläum, da passt das perfekt. Zurück im Hotel verstaue ich die gekauften Sachen  noch in meinem Koffer und gehe ein letztes Mal zum Mittagsbuffet. Den Rest des Nachmittags verbringe ich auf der Terrasse mit Kaffee, Wasser, mal einem Radler und zum Abschluss einem schönen Glas Vino Tinto. Dann hole ich meinen Koffer aus dem Kofferraum und gehe zum  Ausgang. Dort wartet schon ein Ehepaar aus Weiden, die ebenfalls mit zurück nach Nürnberg fliegen.

Unser Bus zum Flughafen kommt um 18:20 Uhr, zeitgleich kommt die Tour aus dem Siam-Park zurück. Wir klappern wieder die Hotels ab um anschließend zum Flughafen zu fahren. Gegen 20:00 Uhr sind wir am Checkin-Schalter und geben das Gepäck auf. Der Abflug war für 21:50 Uhr angesagt, den Anzeigen ist zu entnehmen, dass der Flug Verspätung hat, wie auch zahlreiche andere. Boarding Time laut Bordkarte ist jetzt um 22:45 Uhr. Ich setze mich unten auf eine Bank und nach kurzer Zeit setzt sich ein Ehepaar mit dazu. Der Mann sagt etwas wie: „Bagg amal den Grempl zam.“ Da ist er wieder, der göttliche Dialekt… 🙂 Es stellt sich heraus, dass die beiden aus Erlangen sind und zwei Wochen auf Teneriffa waren. Sie hatten ihr Hotel in Los Cristianos, waren aber oft mit dem Mietwagen in Los Gigantes. Da wir ja noch fast 3 Stunden Zeit haben, unterhalten wir uns über den Urlaub, die Arbeit und allerlei Sonstiges und so vergeht die Zeit relativ schnell. Wir gehen dann kurz nach 22:30 Uhr durch die Sicherheitskontrolle und warten dann oben im Abflugbereich bis zum Boarding.

Um 23:15 Uhr können wir dann auch einsteigen und heben schließlich um 23:50 Uhr, also mit genau zwei Stunden Verspätung ab. Grund für die Verspätung waren laut Ansage des Piloten Streiks in Frankreich, wodurch der französische Luftraum umflogen werden musste. Wir haben eine ruhigen Flug, bekommen unsere Getränke und Sandwiches und die meisten Fluggäste, wie auch ich, dösen oder schlafen einige Zeit. Um 5:20 Uhr landen wir schließlich auf dem Nürnberger Flughafen. Der Flug bzw. die Landung endet mit der, im tiefsten Fränkisch ausgesprochenen Ansage des Piloten: „Barging Bosischn“ (=Parking Position).

Ich schnappe mir meinen Koffer vom Kofferband und fahre mit der U-Bahn zu meinem Auto und damit nach Hause. Dort angekommen hau ich mich erst mal ins Bett und schlafe bis ca. halb elf. Danach frühstücke ich, packe meinen Koffer aus und wasche meine Wäsche. Nun muss ich erst mal meinen Briefkasten ausleeren und meine tausende von eMails checken. Zum Glück ist das Wetter heute ähnlich dem der letzten Tage, das lässt die Urlaubsatmosphäre noch etwas nachwirken… Abends beginnt es dann zu stürmen und zu regnen – Willkommen zuhause! 🙁 

Dienstag (Martes), 11.06.2013:

Heute habe ich mir die Besichtigung des Moringagardens (www.moringagarden.eu) vorgenommen. Ich hatte schon von Deutschland aus per eMail Kontakt hergestellt und gestern von La Gomera aus mit Rolf vereinbart, dass ich heute vorbeikomme. Der Moringagarden ist in La Hidalga, nähe Güimar. Dorthin muss ich mit den öffentlichen grünen Titsa-Bussen fahren. Nach dem Frühstück mache ich mich also um ca. 8:00 Uhr auf den Weg nach unten zur Bushaltestelle. Ich fahre mit der Linie 477 Richtung Los Cristianos. Nach ca. 40 Minuten sind wir an der Estación de Guagua (Busbahnhof) in Las Américas. Dort kaufe ich mir die Bono-Bus Karte für 15,00 €. Dabei handelt es sich um eine Art Prepaid-Karte, womit die Fahrten deutlich günstiger sind, als zum Normalpreis. Dazu steckt man das Ticket in einen, in jedem Bus vorhandenen Automaten, nennt dem Fahrer sein Ziel und der Betrag wird von der Karte abgezogen. Mein Bus der Linie 111 fährt erst in 20 Minuten, also trinke ich noch einen Kaffee, aus einer dreigruppigen Siebträgermaschine, sehr lecker!

Um 9:30 fährt dann der Bus ab Richtung Santa Cruz. Ich steige an der Ausfahrt 20 (Arafo) aus und laufe zur Repsol-Tankstelle. Dort holt mich Rolf vom Moringagarden, wie besprochen, ab. Wir fahren ein paar hundert Meter und biegen dann ab. Nach wenigen Minuten sind wir am Moringagarden. Rolf zeigt mir ein Feld mit Moringas, die zwischen einem und fast drei Meter hoch sind. Die Ernte hat, wie mir Rolf erzählt, gerade vor wenigen Tagen begonnen. Unter den Moringas gibt es gerade eine interessante Wandlung, einige Pflanzen, die noch im letzten Jahr grün waren ändern Ihre Farbe zu rötlich. Bislang kann sich das noch niemand erklären, denn es sind einzelne von identischen Pflanzen, die dieses Phänomen zeigen. Wissenschaftliche Analysen sind bereits am Laufen. Ich kann hier direkt von den Moringabäumen die frischen Blätter und Schoten probieren, das ist mal ganz was anderes als das Pulver, das ich bisher kannte.

Nach der Besichtigung des Moringafeldes fahren wir ein paar hundert Meter weiter zum Büro. Dort gibt es Moringa-Blattaufguss, eine Art Tee, der etwas an Kamillen- und Pfefferminztee erinnert und sehr lecker schmeckt. Ich erfahre noch einiges zum Moringa (eine Vielzahl Infos hatte ich ja bereits aus dem eBook, das ich schon vorher gelesen hatte) und zum Moringagarden. Es war interessant das Ganze mal direkt zu sehen und zu schmecken und auch einige Leute aus dem Moringagarden persönlich kennen zu lernen. Gegen 12:15 Uhr bringt mich Rolf wieder hinunter zur Bushaltestelle unterhalb der Repsol-Tankstelle. Dort warte ich auf den Bus. Man muss hier an der Haltestelle einen Knopf drücken, dann sieht der Busfahrer oben an der Autobahn, dass jemand zusteigen will und fährt die Haltestelle an. Ansonsten würde er auf der Autobahn bleiben und weiter fahren. Der Bus kommt schließlich um 12:45 Uhr und ich fahre wieder zum Busbahnhof in Las Américas.

Dort steht gerade die Linie 473 zur Abfahrt bereit. Der fährt zwar etwas länger, weil er mehr Haltestellen anfährt, aber ich weiß nicht wann der nächste 477er fährt und so beschließe ich diesen Bus zu nehmen. Ein älteres Rentnerehepaar will grade vor mir in den Bus steigen. Da die beiden aber ein Eis essen lässt der Fahrer sie nicht einsteigen. Er macht ihnen mit Handzeichen klar, dass im Bus nicht gegessen werden darf. Wie ich dem Dialekt entnehme kommen die beiden aus unserem nördlichen Nachbarland – aus Norddeutschland! J

Die meisten Fahrer sprechen hier zumeist auch englisch, aber deutlich seltener deutsch. Trotzdem die beiden nicht einsteigen dürfen machen Sie aber auch die Türe nicht frei. Der Fahrer gibt ihnen nochmal ein Zeichen und sie verstehen jetzt offenbar, dass jemand hinter ihnen ist und lassen mich einsteigen. Ich nenne mein Fahrziel und setze mich auf einen Platz. Der Bus schließt die Türen und fährt los, ohne die beiden, die immer noch ihr Eis essen. Das scheint den beiden gar nicht zu passen. Da werden sie wohl den nächsten Bus nehmen müssen.

Ich bin schließlich um ca. 15:15 Uhr wieder zurück in meinem Hotel und hole mir an der Poolbar eine Kleinigkeit zu Essen, da das Mittagsbuffet schon geschlossen hat. Es gibt dort u.a. Pizza, Chicken Nuggets, Pommes, etc. Danach entspanne ich mich den Nachmittag über, während ich einfach nur aufs Meer hinaus blicke. Um ca. 19:15 Uhr gehe ich Richtung Bar und Nicole und Michael laufen mir über den Weg, sie kommen gerade von der Katamaran-Tour zurück und haben sich einen Sonnenbrand eingefangen. Da wir um 20:30 Uhr das mexikanische A la Carte-Essen reserviert hatten, verabreden wir uns für später auf der Terrasse.

Um 20:30 Uhr geht’s dann ins Restaurant Xalapa. Dort gibt es erst mal Nachos mit drei verschiedenen Dips und auf der Karte mehrere Menüs zur Auswahl. Ich nehme Fajita aus Kalb und Huhn, Nicole und Michael bestellen Tacos mit Schweinefleisch. Zunächst kommen aber mal mit Käse überbackene Nachos und ein Art Salat mit Fleisch und Bohnen in einem Teller aus Tortilla-Teig. Schon diese Vorspeisen machen gut satt und wir lassen fast die Hälfte übrig. Danach werden die Hauptspeisen serviert. Bei Nicole und Michael je zwei Tortilla-Teigfladen mit Schweinefleisch und Gemüsezeugs drauf und dazu einen gelben Reis. Bei mir kommen mehrere Tortilla-Fladen in einer kleinen runden Box und ein heißes Eisenpfännchen mit gebratenen Kalbs- und Hühnchenstreifen und Zwiebeln, dazu ebenfalls der leckere Reis. Schon die optische Menge ist so riesig, dass wir uns fragen, wer denn jetzt noch zum Essen kommt? Das Essen ist als absolut lecker einzustufen, aber wir schaffen nicht mal mehr die Hälfte, zumal es ja auch noch Nachtisch gibt. Dieser besteht bei Nicole und mir aus einem gegrillten Früchtespieß mit einer weißen Soße und bei Michael aus drei kleinen runden Apfelkuchen-Stücken mit einer Kugel Eis darauf.

1So gesättigt setzen wir uns noch in die Bar Habana und nehmen noch einen gemeinsamen Abschiedstrunk, denn die beiden fahren morgen in den Loro-Park und so werden wir uns wohl vor meiner Abreise nicht mehr sehen. Da die beiden morgen somit wieder zeitig aufstehen müssen und zudem noch mit den Auswirkungen ihres Sonnenbrandes zu kämpfen haben, verabschieden wir uns gegen 22:45 Uhr. Ich bleibe bei zwei letzten Gläsern Vino Tinto noch etwas sitzen und höre den beiden Sängerinnen in der Bar Tenerife zu, amüsiere mich, wie auch einige andere Gäste über einen kleinen, etwa fünf Jahre alten, dunkelhäutigen Jungen mit blinkenden LEDs an der Schuhen, der immer wieder nach vorne läuft und wild zur Musik tanzt. Egal ob ihn der Vater oder die Mutter wieder wegholt – sobald er sich losreißen kann flitzt er wieder nach vorne und tanzt weiter. Er scheint einen riesigen Spaß daran zu haben. Gegen 0:00 Uhr bin ich in meinem Zimmer um dort die letzte Urlaubsnacht zu verbringen. Morgen geht es leider schon wieder zurück… 🙁

Montag (Lunes), 10.06.2013:

Nach dem vorgezogenen Frühstück stehe ich um 7:10 Uhr vor dem Hotel und warte auf den Bus. Der ist diesmal schon um 7:15 da, wartet aber bis 7:25 Uhr, bis er wieder abfährt. Nun geht es den üblichen Weg zum Hafen von Los Cristianos. Die Tour ist diesmal dreisprachig (spanisch, deutsch und englisch) und der Reiseleiter ist ein Niederländer – eine lustige Konstellation, aber der Typ ist gut drauf. Wir bekommen im Bus unsere Tickets für die Fähre und steigen aus dem Bus aus. Auf der Fähre angekommen suche ich mir einen Platz ganz vorne am Fenster und genieße die ca. einstündige Überfahrt nach La Gomera, in den Hafen der Hauptstadt San Sebastián de la Gomera. Dort angekommen steigen wir aus und warten, bis der Bus aus den Tiefen der Fähre herauskommt und wir wieder einsteigen können.

Wir fahren die Serpentinenstraßen hoch zum Nationalpark Garajonay, der unter UNESCO-Weltkulturerbe steht. Neben den Straßen zieht eine faszinierende Landschaft an uns vorbei, die mit zunehmender Höhe immer grüner wird. Wir fahren bis auf eine Höhe von ca. 1.200 Metern und  befinden uns direkt in den Wolken. Ein interessantes Naturschauspiel. Auf dem Weg machen wir ein paar Fotostopps an interessanten Aussichtspunkten. Oben gibt es einen großen Kinderspielplatz, feste, gemauerte Grillstätten und eine bewirtschaftete Location mit Toiletten, an denen man aufgrund der vielen Touristen, die mit Bussen hier her kommen, natürlich anstehen muss. Leider komme ich diesmal nicht darum herum diese Örtlichkeit hier aufzusuchen, denn die Natur verlangt ihr Recht… 🙂 Bei den Herren geht es ja zum Glück relativ zügig voran. Allerdings scheint es mit dem Anlauf der Pinkelbecken ein Problem zu geben, denn die stehen mittlerweile bis zum Rand vollgelaufen. Das ist nicht toll, aber zum Glück kann ich in eine gerade frei werdende Kabine huschen, in der der Ablauf funktioniert. Danach gehe ich den Wanderweg entlang durch den Lorbeerwald. Es ist trotz der ganzen Leute, die hier herumlaufen, sehr ruhig und der Wald strahlt eine unheimliche Ruhe aus. Die Temperaturen sind hier natürlich etwas geringer, aber durchaus auf kurzärmlig noch erträglich. Auf dem Wanderweg begegne ich den beiden Pleinfeldern wieder, die mit einem anderen Bus unterwegs sind. Wir wechseln nochmals ein paar Worte über die Landschaft und die Tour und gehen dann wieder unserer Wege.

Der Spaziergang durch den Wald dauert etwa eine halbe Stunde, danach geht’s wieder mit dem Bus weiter. Es folgen noch einige Fotostopps und der Reiseleiter erklärt sehr ausführlich viele Details der Insel. Er muss alles dreisprachig erklären, was er aber absolut perfekt hinbekommt. Meiner Vermutung nach macht er das heute nicht das erste Mal… 🙂 Im Besucherzentrum des Nationalparks halten wir nochmals. Dort sind in einem schönen Garten allerlei Gewächse und eine Wetterstation zu sehen, es gibt ein Art Museum und eine kleine Bäckerei, in der verschiedene Kekse frisch gebacken und einzeln oder als Mischbeutel verkauft werden. Auf der Weiterfahrt kommt uns plötzlich ein Jeep-Konvoi entgegen. Ich denke, dass könnte die Tour sein, bei der sich Nicole und Michael befinden, auch wenn ich sie in den Fahrzeugen nicht erkennen kann.

Um ca. 13:30 Uhr treffen wir in einem gemütlichen Lokal zum Mittagessen ein. Wir bekommen eine Gemüsesuppe mit Gofio (aus gerösteten Getreidekörnern hergestelltes Mehl, Anm. d. Verf.). Danach Rinderschmorfleisch mit Reis und Gemüse und zum Abschluss ein Eis. Das Essen schmeckt vorzüglich. Während des Desserts wird uns die Pfeifsprache „El Silbo“ vorgeführt. Die Ureinwohner haben sich damit über Distanzen von mehreren Kilometern verständigt. Auch „El Silbo“ steht auf der UNESCO-Liste der zu schützenden Weltkulturgüter  und wurde ab 1999 an den Grundschulen in La Gomera als Pflichtfach wieder eingeführt.

Nach dem Mittagessen besichtigen wir noch eine Obst- und Bananenplantage. Es ist sehr interessant, was dort für Früchte angebaut werden und hier erfahren wir, dass eine Bananenpflanze nur ein einziges Mal Früchte trägt und es wird endlich die alles umfassende Frage beantwortet, warum die Banane krumm ist. 🙂

Wir fahren dann weiter über Serpentinenstrecken hinunter in die Hauptstadt zum Hafen, wo wir noch einige Zeit verweilen können. Neben zahlreichen Läden und Cafés gibt es hier u.a. das Haus, in dem Christoph Kolumbus im Jahr 1492 auf seiner letzten Zwischenstation gewohnt hat, bevor er zu seiner Reise nach Indien aufbrach. Auch eine Kirche ist dort vorzufinden. Auf dem Weg durch die Straße sehe ich in einem Café das Ehepaar aus Pleinfeld sitzen. Erneut reden wir kurz und es stellt sich heraus, dass die Frau eine gute Freundin der Leiterin der Bürgerwerkstatt ist, über die ich schon einige Brot- und Pizza-Backkurse abgehalten habe und sie sich sogar schon mal zu einem meiner Kurse anmelden wollte. Die Welt ist einfach nur verrückt, oder?

Nach dem kurzen Plausch laufe ich noch etwas weiter, mache ein paar Bilder und gehe kurz in einen Laden, um zu sehen, ob ich evtl. noch ein Mitbringsel finde. Just in diesem Laden stehen – wer hätte es gedacht – Nicole und Michael. Nach einer weiteren kurzen Unterhaltung mit Verabredung für den Abend in der Hotelbar muss ich dann auch schon los zum Hafen und auf die Fähre. Diese fährt um 16:55 Uhr ab. Nach der Überfahrt laufe ich zu unserem Bus. Dort werde ich an einen anderen Bus verwiesen. Wir kommen um ca. 19:15 Uhr am Hotel an. Hier geht’s kurz ins Zimmer, dann zum Buffet und anschließend in die Hotelbar. Der Tag war lang. Ich treffe wieder auf Nicole und Michael, wir spielen noch ein paar Runden UNO und unterhalten uns über die unterschiedlichen Durchführungen der La Gomera-Touren. Ich denke mit dem Jeep ist es durchaus nicht uninteressant, wenngleich die auch die Obstplantage nicht mitgenommen hatten. Aber die Aus- und Einsteigerei beim Bus nervt schon irgendwann… Wir lassen den Tag bei Ron Miel und diversen anderen Getränken ausklingen…

Sonntag (Domingo), 09.06.2013:

Heute schlafe ich bis 9:00 Uhr, um kurz nach halb zehn bin ich dann beim Frühstück. Der Speiseraum, in dem ich sonst immer bin, ist bereits geschlossen. Ich muss auf den anderen ausweichen.

Am Sonntag gibt es hier sogar Sekt zum Frühstück, das ist doch mal was… Es läuft also auf Kaffee, O-Saft, Sekt hinaus. Dazu etwas Gebäck, Brot, Käse und ein Omelett, das frisch zubereitet wird. Dazu kann man sich auf einem kleinen Teller diverse Zutaten wie Käse, Paprika, Zwiebeln, Schinken und Champignons zusammenstellen. Die gibt man dann dem Koch und er bereitet damit ein frisches Omelett zu. Bei mir ist mit Ausnahme der letzteren Zutat alles drin.

So gestärkt treffe ich im Eingangsbereich auf Nicole und Michael, die einen Termin mit der Reiseleitung haben. Sie machen morgen ebenfalls die La Gomera-Tour, aber per Jeep und nicht so billig wie ich mit dem Bus… Im Anschluss reservieren wir gemeinsam die in unserem Urlaubspaket enthaltenen „A la Carte“-Abendessen: Italienisch für heute und mexikanisch für Dienstag, jeweils um 20:30 Uhr.

Zurück im Zimmer packe ich meinen Rucksack mit Fotokamera sowie Ortsplan und laufe los Richtung Hafen Los Gigantes. Mit ein paar Fotostopps dauert die Wanderung ca. 35 Minuten. In einem kleinen Laden kaufe ich ein paar Postkarten und Briefmarken dazu. Kurz vor dem Hafen werden noch allerlei Boots- und JetSki-Touren angeboten. Für 12:15 Uhr gibt es eine Tour mit dem Schnellboot über den Atlantik zu den Walen und an die Bucht der Masca-Schlucht. Das Ganze dauert zwei Stunden und kostet inkl. Getränk und Snack 15,00 €. Da ich ja schon mit der Wal-/Delfintour mit der Flipper Uno geliebäugelt hatte, die mir mit 39,00 € aber irgendwie zu teuer war, buche ich kurzfristig diese Tour. Es ist kurz vor zwölf und ich laufe noch etwas durch den Hafen. Um 12:10 Uhr bin ich am Boot, der Gladiator U, und um 12:30 Uhr laufen wir aus dem Hafen aus. Es geht zuerst erst mal langsam aus dem Hafen und dann mit hoher Geschwindigkeit aufs offene Meer hinaus. Nach einigen Minuten kommt uns ein anderes Boot des Unternehmens, die Nashira Uno, entgegen. Beide Boote bremsen ab und fahren direkt aufeinander zu. Sinn dieser Aktion ist, dass ein Mitarbeiter, der auf unserem Boot war, offenbar umsteigen musste. Daraufhin drehen wir ab und fahren weiter, volle Kraft voraus aufs Meer. Nach etwa 20 Minuten werden wir langsamer, denn der Boots-Begleitjunge „Yoel“ hat Wale entdeckt. Tatsächlich schwimmen rechts und links von unserem Boot einige Wale in verschiedenen Größen. Immer wieder tauchen sie auf und verschwinden wieder im Wasser. Einer davon war nur ca. zehn Meter vom Boot entfernt.

Nun geht es weiter, um die an Bord anwesenden Wanderer, die die Masca-Schlucht hinaufgehen wollen, dort abzusetzen. In der Bucht vor der Masca-Schlucht geht das Boot kurz vor Anker und es gibt Getränke und Knabberzeugs. Wer möchte kann hier vom Boot ins Wasser springen und baden. Das nimmt allerdings nur eine Teilnehmerin wahr. Nach etwa einer halben Stunde Aufenthalt geht es entlang den Klippen von Los Gigantes, die mehrere hundert Meter steil nach oben ragen, wieder zurück Richtung Hafen. Dort legen wir um 14:30 Uhr wieder an.

Auf meinem Rückmarsch vom Hafen zum Hotel biege ich einmal falsch ab und finde mich plötzlich hoch oben im Ort wieder. Unten sehe ich die Straße, die ich hätte gehen müssen. Allerdings führt auch mein aktueller Weg zum gleichen Kreisverkehr und von diesem wieder direkt zum Hotel. Ich bin gegen 15:00 Uhr im Hotel zurück und gehe, da das Mittagsbuffet nur bis 15:30 Uhr geöffnet ist, direkt dorthin. Wieder gibt es Fisch, gekennzeichnet als Köhler (gehört zur Familie der Dorsche, Anm. d. Verf.) Gemüse, Papas Arrugadas und Mojo-Soße. Diesmal steht sie auch wieder auf ihrem Platz. Abschließend Obst und etwas Kuchen.

Im Zimmer angekommen mache ich erst mal Siesta und begebe mich sodann auf die Terrasse, um mir einen Kaffee (oder auch mehrere) einzuflößen. Währenddessen schreib ich meine Postkarten. Es sind zehn an der Zahl und das muss auch reichen, ich hoffe ich habe niemand wichtigen vergessen. 🙂

Nachdem ich die Karten in den Briefkasten der Correo (=Post) geworfen habe gebe ich noch an der Rezeption Bescheid, dass ich morgen schon kurz vor 7:00 Uhr frühstücken möchte. Ich habe nämlich gestern erfahren, dass das nach Anmeldung geht und man, wenn man will, sogar auch noch ein Lunchpaket für die Ausflugstour mitbekommt – so was muss einem ja auch gesagt werden… Als ich wieder nach unten komme, treffe ich auf Nicole und Michael. Wir setzen uns auf ein gemütliches Sofa in der Bar Habana und spielen ein paar Runden UNO.

Um 20:30 Uhr begeben wir uns zu unserem „A la Carte“-Abendessen. Es findet im „Restaurant Arnoldo“ in der Poolbar statt. Wir bekommen Käse, Mortadella, Parma-Schinken, Ciabatta-Brötchen, Pesto und einen anderen Käse-Dip sowie Tomate-Mozzarella und Grünzeug als Vorspeise. Zum Hauptgang wählen wir Panccerotti mit Ricotta und Pesto-Soße. Das Dessert ist Pannacotta. Die Portionen sind eher klein, geschmacklich aber sehr gut. Wir trinken abschließend noch einen Ron Miel in der Bar und gehen dann in unsere Zimmer, morgen beginnt der Tag wieder sehr früh. Buenas noches amigos.

Samstag (Sábado), 08.06.2013:

Wieder klingelt mein Wecker um halb sieben. Nach dem Duschen und Einpacken gehe ich wieder um 7:10 Uhr zum Haupteingang, wo schon die beiden Thüringer und eine Frau aus Österreich mit Ihrer Tochter warten. Der Bus kommt wieder um 7:30 Uhr. Es folgt die Sammlung der Teilnehmer wie gestern und die anschließende Weiterfahrt zum Loro-Park nach Puerto de la Cruz. An einem Hotel an der Costa Adeje steigt ein Ehepaar ein, das sich in die Reihe hinter mir setzt. Mein geschultes Gehör erkennt bereits nach wenigen Worten der beiden den „göttlichen Dialekt“ 2). Wir kommen kurz ins Gespräch, sie kommen aus Pleinfeld und sind mit der gleichen Maschine hergeflogen wie ich – so klein ist die Welt… Um ca. 10:00 Uhr kommen wir am Park an.

Wir sind so ziemlich die Ersten, zumindest von den Bussen, es ist jedenfalls noch nicht sehr viel los. Gleich am Eingang des Parks im so genannten Thai-Dorf (größtes originales Thai-Dorf außerhalb Asiens) wird für 10,00 € eine 1 ¾ Stunden dauernde, so genannte discovery Tour durch den Park mit Blick hinter die Kulissen angeboten. Ich beschließe diese Tour zu machen. Bis zum Beginn um 11:10 Uhr habe ich noch fast eine Stunde Zeit, in der ich nach Weisung einer der Tourführerinnen schon mal ein paar Stationen abklappere. Ich laufe vorbei an den Gorillas, Schimpansen und sehe mir schon mal das Aquarium und den Haifischtunnel an. Hier sind bis jetzt fast keine Leute und man kann schön fotografieren. Die Tour beginnt pünktlich und wir gehen zuerst zu den Gorillas. Der älteste der Gorillas kommt übrigens aus Nürnberg und heißt Schorsch. Seine 41 Gorillajahre entsprechen ca. 110 Menschenjahren. Er ist deshalb auch nicht mehr draußen im Gehege sondern hat seinen Lebensbereich in den hinteren Räumen. Hinten erfahren wir noch etwas über die Ernährung der Gorillas, ihren Tagesablauf und sehen die Schlafräume. Zum Einschlafen bekommen Sie klassische Musik vorgespielt.

Von dort aus geht es weiter zu den Pinguinen. Beim Laufen durch das Pinguinareal kann man in einem Stück des Ganges an Eiswände fassen, um die Kälte der Antarktis nachempfinden zu können. Das Licht ist extrem gedämpft, weil im natürlichen Lebensraum der Pinguine jetzt Winter ist und sie in Freiheit zu der Zeit in nahezu völliger Finsternis leben. Aus der Decke rieselt immer wieder Schnee auf die nachgebildete Landschaft.

Wir sehen weiter die Technikräume, unter anderem die Wasseraufbereitungsanlage, mit Eiweißabscheidern und Filtern, um das aus ca. 65 Meter Meerestiefe hochgepumpte Wasser entsprechend zu reinigen und aufzubereiten. Die Anlage arbeitet völlig natürlich, ohne jegliche Chemie. Wasser wird jede Menge benötigt, alleine im Orca-Becken sind ca. 22 Millionen Liter Wasser, bei den Pinguinen ca. 1,4 Millionen Liter. Bei allen Tieren die wir passieren, sowie während der gesamten Tour erklärt die Tourführerin Details zum Park, wie z.B. dessen Entstehung und Weiterentwicklung. Der Gründer ist ein deutscher, der mittlerweile 76 Jahre alt ist, den Park noch immer leitet und mitten drin wohnt.

Weiter geht es zu den Orcas. Wir können unterhalb des Showareals durch dicke Glasscheiben von unten in das gut  12 Meter tiefe Becken sehen. Hin und wieder sieht man eine Flosse oder einen Teil eines Wals vorbeischwimmen. Wir erfahren noch einiges über die Herkunft der Tiere und der beiden, im Park geborenen Orcas. Wieder an der Erdoberfläche angekommen, gelangen wir durch einen Hintereingang in den Zuschauerbereich. Im Becken sind gerade einige Trainer dabei mit den Orcas zu trainieren. Ich sehe ein wenig zu und mache Bilder und ein kurzes Video. Danach ist die Führung zu Ende und einige Gäste, die schon vorab die Premium-Tour gebucht hatten, gehen zu ihrem inkludierten Mittagessen. Ich nehme dem Lageplan zur Hand und laufe durch den Park zu den restlichen Tieren. Manche, wie der weiße Tiger, liegen nur irgendwo rum, andere wiederum sind sehr aktiv. Mittlerweile sind auch jede Menge Leute im Park (täglich kommen ca. 5.000 Besucher) und so wird es zunehmend schwieriger, nach vorne zu kommen um Fotos der Tiere zu erhaschen. Hin und wieder muss man halt mal etwas schieben, dann kommt man schon irgendwann durch. Die andern machen’s ja auch nicht anders.

Um 13:15 Uhr beginnt die Delfin-Show. Vorher wird eine kurze Papageien-Flugshow gezeigt. Die Tiertrainer Schwimmen mit den Delphinen, werden von Ihnen aus dem Wasser katapultiert oder „surfen“ auf dem Delphin in rasantem Tempo quer übers Becken. Zwei Kinder werden in einem Boot von einem Delphin übers Wasser gezogen. Die Show dauert etwa 20 Minuten. Danach gehe ich zu den Orcas, deren Show um 14:00 Uhr beginnt. Vor der Show werden auf einem großen Monitor in der Mitte des Beckens Bilder der Wale und Infos angezeigt und eine Kamera schwenkt zum Showbeginn durch die Zuschauerreihen und es werden teilweise lustige Kommentare zu anwesenden Gästen eingeblendet. Die vorderen Reihen der Sitze sind als „Splash-Zone“ gekennzeichnet, also setze ich mich lieber mal weiter nach oben. Man kann für die unteren Reihen Regenumhänge kaufen, aber ich glaube, man wird trotzdem noch nass, von Schäden an technischen Geräten mal abgesehen. Vor allem wenn der große Wal, wie ich es im Training vorher schon gesehen hatte, mit der Schwanzflosse das Wasser direkt nach außen wirft, bleibt bis Reihe acht kein Platz trocken. Nach der Orca-Show, die ebenfalls ca. 20 Minuten dauert, laufe ich noch etwas durch den Park, an den Schildkröten, Jaguaren und Alligatoren vorbei bis zu den Flamingos und den Erdmännchen. Abschließend besuche ich um 15:30 Uhr noch die Seelöwen-Show. Ein riesiger Seelöwe macht Spielchen mit dem Trainer und bringt die Zuschauer mit seiner Art und seinem Verhalten immer wieder zum Lachen. Um 15:45 Uhr verlasse ich die Show kurz vor dem Ende, denn wir sollten eigentlich jetzt schon am Bus sein. Da die Show gleich kurz nach dem Parkeingang ist, schaffe ich es spielend bis 15:50 Uhr, einige sind noch später dran und um kurz nach 16:00 Uhr startet der Bus zur Heimfahrt.

Um 18:30 sind wir schließlich wieder am Hotel. Ich gehe erst mal ins Zimmer, packe meinen Rucksack aus und stecke den Kameraakku in die Ladestation. Danach gehe ich auf die Terrasse. Hier laufen mit plötzlich wieder Nicole und Michael über den Weg, die zum Abendessen wollen. Nachdem ich heute weder gefrühstückt noch Mittag gegessen habe gehe ich kurz darauf auch in den Speiseraum. Heute gibt es Wolfsbarsch (mit kaum Gräten – *freu*), allerlei verschiedenes Gemüse, Salat und natürlich… klar, Papas Arrugadas mit … AAAHHHHHHH wo sind die Mojo-Soßen? Bislang standen die beiden Schüsseln immer direkt neben der Schale mit den Kartoffeln… Ich werde panisch, sehe mich um, wie soll ich nur die Kartoffeln ohne Mojo essen??? Plötzlich fällt mein Blick auf eine kleine Kühltheke gegenüber, dort stehen mehrere Schüsseln. Ich steuere zielgerichtet darauf zu und – Hurra! Die Mojo‘s sind dabei. Leute, das war ein schlechter Scherz… 🙂

Nach dem Essen will ich noch schnell meine Kamera holen, und mich dann mit Nicole und Michael auf der Terrasse treffen. Bei der Rückkehr ins Zimmer dann der Schock – ich kann mit meiner KeyCard meine Türe nicht mehr öffnen – na toll! Die andere steckt innen, damit der Strom an bleibt, um den Kameraakku zu laden. Also wieder zurück zur Rezeption. Dort wird die Karte neu aktiviert und ich kann die Türe wieder öffnen – puh… Ich gehe also mit Kamera nach unten und setze mich zu den beiden, die schon auf mich warten. Wir holen uns Sangria, Ron Miel (Rum mit Palmenhonig) und das ein- oder andere Getränk von der Bar und lassen den Tag langsam ausklingen. Das bestellen auf Spanisch wird immer besser, einige Fehler werden mir direkt aufgezeigt – also „learning by doing“, wie der Franke sagt. 🙂

Diesmal schaffe ich es auch den Sonnenuntergang zu fotografieren. Wir sitzen noch bis ca. 22:00 Uhr auf der Terrasse und tauschen u.a. unsere heutigen Tourerlebnisse aus. Nicole und Michael gehen dann in ihr Zimmer und ich bestelle mir noch einen Whiskey als „Absacker“ und gehe um halb elf ebenfalls ins Zimmer. Ich sitze noch kurz auf meinem Balkon, blicke aufs Meer (man erkennt es zwar nicht, nur auf La Gomera brennt irgendwo Licht) und lausche der, von einem weiter unter liegenden Areal heraufdringende, spanischen Folkloremusik, nur mit wunderbar klangvollem Gitarrensound und Gesang. Daneben zirpen die Grillen durch die Nacht. Es ist einfach wundervoll! Gekrönt wird das Ganze von einem kleinen Feuerwerk aus der Richtung, aus der die Musik erklingt. So nimmt dieser Tag auch sein verdientes Ende.

Freitag (Viernes), 07.06.2013:

Mein Handywecker klingelt um kurz nach halb sieben. Ich stehe um 6:45 Uhr auf, gehe unter die Dusche und mache ein kurzes Frühstück mit meinen gestern eingekauften Waren. Leider ist beim Wasserkocher in meinem Zimmer nur Tee und Zucker, aber kein Kaffeepulver. Für Tee reicht die Zeit nicht, also eben kein Frühstücks-Heißgetränk heute.

Um 7:10 Uhr stehe ich schließlich vor dem Hotel um auf den Bus zu warten. Aufgrund meiner damals ersten Tour-Erfahrung auf Lanzarote wollte ich diesmal lieber zeitig genug da sein. Und tatsächlich kam der Bus natürlich ca. zehn Minuten zu spät, also um 7:30 Uhr… Auch gut, schließlich bin ich im Urlaub und habe Zeit. Ich setze mich in die vorletzte Reihe, direkt nach der hinteren Bustüre in Fahrtrichtung rechts ans Fenster.

Nun  klappern wir die diversen Hotels bis Los Christianos ab und laden alle Tourteilnehmer nach und nach ein. Die Reiseleiterin plant die Busbesetzung sehr detailliert, weil  der Bus komplett besetzt sein wird und sie die Familien mit mehreren Personen nicht auseinanderreißen möchte, wie sie mir erklärt. Das hat zur Folge, dass mein Rucksack erst mal auf dem Nachbarsitz landet und dort als Platzhalter umfunktioniert wird. Es würde zuletzt noch eine dreiköpfige Familie einsteigen, die bekämen denn die beiden durch den Rucksack freigehaltenen Plätze sowie den einen neben mir. Mit zunehmender Zahl der Businsassen delegiert sie immer mehr die Sitzplätze, bis sie letztlich besagte Familie nach hinten durchführt und mir meinen Platzhalter-Rucksack wieder überlässt.

Die Familie besteht aus einem älteren Ehepaar und deren, wie ich später erfahre, 14-jährigen Enkel. Ich biete ihm den Fensterplatz an, was er aber zunächst ablehnt, na gut – wie er will, dann muss er eben am Gang sitzen. Die Großeltern setzen sich auf die beiden Sitzplätze auf der linken Busseite.

Nun geht es los zum Teide (höchster Berg Spaniens mit 3.718 Metern). Die Einsammelaktion hat etwas über eine Stunde gedauert – egal, ist ja Urlaub! – und die Fahrt zum Teide dauert nochmal eine gute Stunde, wir kommen gegen 10:00 Uhr dort an. Hier besteht die Möglichkeit, mit der Seilbahn (Teleférico del Teide) noch weiter nach oben zu fahren. Wir sind der erste Bus, lediglich ein Paar PKWs stehen schon auf den Parkplatz, was bedeutet, dass wir sehr schnell unsere Tickets bekommen und nach oben fahren können. Wir haben hier insgesamt eineinhalb Stunden, also bis 11:30 Uhr Zeit, dann fährt der Bus weiter. Im Falle des Zuspätkommens droht die Reiseleiterin, dass ab fünf Minuten Verspätung der- oder diejenige ein Lied vorsingen muss, ab zehn Minuten zusätzlich dazu tanzen und ab mehr als 15 Minuten sich dort umsehen kann, wo bis dahin der Bus stand. 🙂

Die Seilbahn besteht aus zwei Gondeln, die nebeneinander abwechselnd nach oben und unten fahren. Sie führt von der Basisstation (2.356 Meter Höhe) zur oberen Station auf 3.555 Meter und legt dabei eine Wegstrecke von knapp  2,5 km sowie fast 1.200 Höhenmeter zurück. Es passen ca. 40 Personen in jede Gondel und die Fahrzeit beträgt ca. acht Minuten. Beim Passieren des ersten Stützpfeilers beginnt die Gondel zu schaukeln und es gibt ein kurzes Getümmel, weil jeder versucht sich festzuhalten oder abzustützen. Bei den nächsten Pfeilern wissen dann alle Bescheid und jeder kann sich schon vorher entsprechend festhalten. Das Wetter ist heute spitzenmäßig und man hat von dort oben eine tolle Aussicht. Teilweise sieht man die Wolkendecke von oben, wie aus dem Flugzeug, nur anders. 🙂

Neben der oberen Seilbahnstation gehen insgesamt drei Wege weg. Einer der Wege (Nr. 10: Aufstieg über den Telesforo-Bravo-Pfad auf den Teide-Krater) führt die restlichen gut 150 Höhenmeter bis komplett zum Gipfel hoch. Dazu muss man eine spezielle Genehmigung einholen, die wir natürlich nicht haben. Täglich dürfen max. 200 Personen dort hinaufsteigen. Da die Tour zudem nicht ganz in unserem Zeitlimit liegt, wählen wir einen anderen Weg, nämlich Nr. 12: Die Route Mirador Pico Viejo, die über der Südflanke der Insel entlang zum Aussichtpunkt auf den ursprünglich ersten Vulkan Pico Viejo führt. In der wild herumliegenden Lava sind Wege gebahnt, die sich auf und ab durch das unwegsame Gelände schlängeln. Vom Aussichtspunkt aus kann man die Insel La Gomera, etwas weiter dahinter bei guter Sicht auch El Hierro und La Palma sehen. Von unserer Gruppe gehen nur der Junge mit seinen Großeltern und ich diesen Weg. Der Rest ist dann wohl entweder den anderen Weg (Nr. 11: Tour Mirador de la Fortaleza, entlang der Nordostflanke) gelaufen oder hatte  keinen Bock – keine Ahnung… Wie ich am Dialekt erkennen kann sind die drei aus dem Schwabenland (spontan fällt mit dazu Willi Astors Schwabenlied „Wart amol gschwind“ 1) ein). J Ich erfahre, dass Sie aus der Nähe von Stuttgart kommen und die Großeltern mit Ihrem Enkel nach dessen Konfirmation verreist sind. Auch eine schöne Sache, wie ich finde. Hin und wieder fotografiere ich die drei zusammen mit Ihrer Kamera, dass sie auch mal gemeinsam auf ein paar Bildern sind. Etwas erstaunt war ich anfangs, dass der Junge, er heißt „Frieder“ (Kurzform von Friedrich), hier im Urlaub ist, wo doch eigentlich in Deutschland Schule sein sollte. Ich frage ihn und erfahre, dass er Waldorfschüler ist, und die dort drei Wochen Pfingstferien haben. Praktische Sache das! Er ist ein sehr netter und cooler Typ und wir unterhalten uns auf der Busfahrt, sofern die Tante vorne am Mikrofon mal zwischendurch aufhört zu reden, über das eine und andere.

Mit der uns anhängigen deutschen Gründlichkeit sind wir nach der Herunterfahrt mit der Gondel, bei der Frieder, der vorne am Fenster steht und damit die bessere Sicht hat, mit meiner Kamera freundlicherweise noch ein paar Bilder macht (an dieser Stelle nochmal Danke dafür!), Punkt 11:30 Uhr wieder am Bus. Nachdem die Reiseleiterin alle durchgezählt hat (das ist fast wie in der Schule…) geht es weiter. Ab jetzt darf Frieder im Bus am Fenster sitzen.

Wir halten noch an ein paar weiteren Punkten um Fotos zu machen. Während der gesamten Fahrt erklärt die Reiseleiterin jede Menge Details, die sich in der kurzen Zeit zwar kein Mensch alle merken kann, die aber durchaus interessant sind. Z.B., dass sich die durch Waldbrände zerstörten Bäume oder anderen Pflanzen innerhalb kürzester Zeit wieder nahezu völlig regenerieren können. Die Ergebnisse kann man links und rechts der Straßen sehen. Der letzte Ausbruch eines Vulkans auf Teneriffa war übrigens 1909, hoffen wir mal, dass es zumindest noch eine Woche so bleibt… 🙂

Bei einem letzten Stopp bekommen wir Bananenlikör und Rum-Palmenhonig-Likör zum Probieren. Außerdem stehen Brot und Mojo-Soßen sowie Kaktus- und Feigenmarmelade zur Verkostung bereit. Ich kaufe, damit ich nicht mit ganz leeren Händen heimkomme, ein Set aus Mojo Rojo und Mojo Verde sowie ein kleines Glas Palmenhonig. Die Busfahrt führt nun zurück über die Serpentinenstraßen nach Los Gigantes, wo ich um ca. 14:00 Uhr als erster wieder am Hotel aussteige, die anderen Gäste haben nun noch bis zu gut eine Stunde Fahrt in Ihre Hotels vor sich. Ich verabschiede mich von Frieder und seinen Großeltern und wünsche ihnen noch einen schönen Resturlaub und einen guten Heimflug, was sie ebenso zurückgeben. Ich gehe voller neuer Erfahrungen und zufrieden über eine zwar nur kurze, aber sehr nette neue Bekanntschaft ins Hotel und der Bus fährt mit den restlichen Tourteilnehmern seines Weges.

Zurück im Zimmer packe ich zuerst mal meinen Rucksack aus und gehe dann eine Kleinigkeit essen. Neben den obligatorischen Papas Arrugadas gibt es heute Schweinebraten (in Scheiben geschnitten und in einer nicht näher zu definierenden weißlich-transparenten Soße), Fisch und dazu wieder einen bunten Gemüsemix (Broccoli, Karotten, Bohnen, Zwiebeln, Erbsen) und ein Gemüse das „Rüben“ genannt wurde, m.E. aber eher Kohlrabi war. Das Essen wird begleitet von una copa vino tinto y una agua minerale con gas (= ein Glas Rotwein und ein Wasser mit Kohlensäure). Danach ein paar der feinen Dessertspezialitäten. Beim o.g. Schweinebraten gibt es heute allerdings Abzüge. Zwar hat der im Gegensatz zum Fisch keine Gräten, aber geschmacklich kann dann doch eher der Fisch punkten. Abschließend finde ich mich unten in der Bar Tenerife ein und trinke noch einen Kaffee.

Dabei treffe ich auf die beiden, mit denen ich am Mittwochnachmittag gemeinsam in dem Hotelbuggy zum Zimmer gefahren wurde. Sie heißen Nicole und Michael, kommen aus Bad Hersfeld und waren heute im Siam Park (Europas größter Wasserrutschenpark). Sie haben einen Mietwagen und machen daher die Touren auf eigene Faust. Das hat offenbar durchaus seinen Sinn, wie mir die beiden eindringlich schildern. Für einen zukünftigen Urlaub denke ich diese Option ebenfalls an. Wir trinken noch einen Kaffee, erzählen noch ein wenig von unseren Ausflügen und die beiden holen sich in der Snackbar am Pool etwas zu essen, weil die Mittagessenszeit schon vorbei ist. Ich trinke noch ein Tonic-Water und gehe dann erst mal zurück ins Zimmer, meine Erlebnisse niederschreiben. Draußen in der Sonne ist es jetzt eh viel zu heiß, im Schatten meines Balkons jedoch äußerst angenehm. Die Minibar im Zimmer ist frisch aufgefüllt und inklusive, so muss ich auch keinen Durst leiden. Nach getaner Schreibarbeit gehe ich gegen 19:30 Uhr wieder auf die Terrasse und setze mich mit einem Radler an einen Tisch. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf, was hier aber niemanden interessiert.

Nach einiger Zeit kommen Nicole und Michael zu meinem Tisch und setzen sich zu mir. Wir unterhalten uns über allerlei Dinge und trinken das ein- oder andere Getränk. Wir beobachten einen atemberaubenden Sonnenuntergang, es sieht teilweise aus, als würde der Himmel brennen. Bei den immer dunkler werdenden Wolken wären die Leute in deutschen Gefilden wohl längst geflüchtet…

Nicole und Michael machen morgen die Wanderung in der Masca-Schlucht und müssen, wie ich auch, zeitig aufstehen. Wir sitzen noch bis ca. 22:30 Uhr und verabschieden uns dann. Ein sehr schöner und abwechslungsreicher Tag geht damit zu Ende.

Donnerstag (Jueves), 06.06.2013:

6:30 Uhr. Ich werde wach, weil im Zimmer über mir jemand meint mit Stöckelschuhen permanent auf und abgehen zu müssen. Anscheinend checken die Bewohner dort aus, weil nach gut fünf Minuten der Lärm zu Ende ist und ich höre wie die Schuhe samt Besitzerin die Treppe runter laufen und sich immer weiter entfernen. Ich schlafe also weiter und stehe um 8:30 Uhr auf. Heute kann man La Gomera deutlich besser sehen, die Wolken sind nicht mehr so viel und so schwarz wie gestern. Der Tag scheint also schön zu werden. Ich springe erst mal unter die Dusche.

Um 11:45 hat sich die Reiseleitung zum Begrüßungstreff angesagt, bis dahin hab ich Zeit meine Notizen für den gestrigen Tag niederzuschreiben, was ich auch mache. Allerdings erst nach dem Frühstück. Also ab in den Speiseraum. Es gibt hier auch dunkles Brot, es ist allerdings etwas trocken und rissig und nicht mit unserem guten Schwarzbrot zu vergleichen. Es bedarf hier wohl etwas Nachhilfe…

Mein Frühstück besteht weiter aus Kaffee, Orangensaft, Semmel, Brot, Butter, Marmelade und Käse. Zum Abschluss noch etwas Obst (Melone, Ananas und Pfirsich). Der Kaffee kommt, wie auch damals in Lanzarote aus Kaffeeautomaten und ist durchaus trinkbar. Nach dem Frühstück lasse ich noch den Safe meinem Zimmer aktivieren, es ist mir sicherer, die wertvolleren Sachen wegschließen zu können. Bis 11:40 Uhr bleibe ich im Zimmer, notiere meine Tagebuchinfos und genieße die Aussicht über den Atlantik in Richtung La Gomera.

Beim Begrüßungstreff werden die Ausflüge, zu denen wir bei der Ankunft schon ein Infoblatt bekommen hatten, nochmals erklärt. Ich buche gleich für den morgigen Freitag die Tour „Teide-halber Tag“, den Loro-Park (erster Landschaftszoo Europas) für Samstag und La Gomera für Montag. Damit bin ich dann erst mal ausgelastet… 🙂

Die Aktion dauert bis ca. 12:20 Uhr, im Anschluss trinke ich in der Bar noch einen Kaffee und gehe nochmal kurz ins Zimmer, notiere meine Infos für den ersten Tag und sehe  mir ein paar Infos zu meinen gebuchten Touren an. Mittagessen gibt es heute um 14:00 Uhr. Es besteht aus Kalbsgeschnetzeltem, Nudeln mit Bolognesesauce und verschiedenem Gemüse. Dazu Papas Arrugadas mit Mojo-Sauce und Salat. Das Dessert besteht aus einer Vielzahl an kanarischen Kuchen und Obst (Melonen, Papaya, Bananen, Äpfel, etc.). Das Fleisch ist zart und gut gewürzt. Hier heute keine Abzüge. Auch die Bolognese ist sehr gut. Nach dem Essen genehmige ich mir noch einen Espresso in der Bar, da die Kaffeemaschinen oben beim Mittagsbuffet außer Betrieb und abgedeckt sind. Draußen machen grade die Animateure vom Kids-Club mit einer Meute Kinder singend eine Art Polonäse zwischen den Tischen durch.

Zurück im Zimmer überlege ich was ich heute noch mache. Ich chille etwas auf dem Balkon und beschließe dann nochmal nach unten zum Strand zu gehen. Ich laufe durch die Serpentinen der Hotelanlage, nehme natürlich den falschen Aufzug und laufe dann wieder in die andere Richtung, bis ich schließlich den Südausgang passiere.

Am Strand sind wie immer jede Menge Leute unterwegs, die kleine schwarzsandige Badebucht ist stark frequentiert, aber trotzdem nicht überlaufen.

Ich laufe ein ganzes Stück an der Küste entlang, mache noch einige Fotos und besuche zum Abschluss einen Supermarkt (Supermercado). Dort nehme ich mir ein kleines Weißbrot und Käse mit, da ich ja morgen früh kein Frühstück machen kann. Der Bus holt mich ja schon um 7:20 Uhr am Hotel ab. Es ist ein sehr großer Supermarkt namens Mercadona. Die Preise sind ähnlich den unseren. An der Kasse fällt mir ein, dass ich eine Tüte benötige, weil ich nur mit Fotokamera, aber ohne Rucksack unterwegs bin. Hmm, was zum Teufel heißt jetzt „Tüte“ auf Spanisch? An der Kasse gegenüber fallen mir während des Wartens zwei Preiszettel an einer Säule der Kasse auf. Ich gehe zwei Schritte darauf zu und kann erkennen, dass es sich tatsächlich um die Preise für die Plastiktüten (auf Spanisch: Bolsa) handelt. Una Bolsa peqeña (kleine Tüte) kostet zwei Cent, die große (Bolsa grande) kostet zehn Cent. Da ich beschlossen habe meine einigen wenigen Spanischkenntnisse auch anzuwenden ordere ich die Tüte bei der Kassiererin auch auf Spanisch, was sie offenbar versteht. Interessant finde ich, dass hier die Kassiererinnen den Kunden die Ware sogar in die Tüten packen oder zumindest dabei helfen. Bei uns sieht man das eher selten, um nicht zu sagen gar nicht…

Zurück im Hotel ist auf der Bühne gerade das Kinderprogramm mit Figuren, ähnlich denen aus der Sesamstraße, im Gange. Im Hotel sind viele Familien mit Kindern. Die meisten werden so zwischen 3 und 6 Jahre alt sein, nur wenige sind älter. Liegt vermutlich daran, dass keine Ferien mehr sind. Jedenfalls haben die Kleinen offenbar riesigen Spaß an der Show. Allgemein wird hier ein sehr umfangreiches Programm für alle Altersstufen geboten.

Ich bringe also meine Kamera ins Zimmer und gehe wieder auf die Sonnenterrasse. Bei einem Kaffee und Tonic-Water relaxe ich einige Zeit, bevor ich schließlich gegen 20:15 Uhr zum Abendessen gehe. Ein gemischter Salat, ein paar Stückchen Käse und Baguette, begleitet vom obligatorischen Glas Vino Tinto und das Abendessen ist im wahrsten Sinne des Wortes „gegessen“… 😉

Anschließend hole ich nochmal meine Kamera um für eventuelle Situationen, die deren Einsatz erfordern, gewappnet zu sein. Ich mache ein paar Bilder von den laufenden Veranstaltungen und genieße den Rest des Abends bei Vino Tinto mit Blick auf das in der Nacht verschwindende La Gomera. Gegen 23:30 Uhr bin ich im Zimmer und begebe mich ins Bett.