Fazit

Ich habe eine schöne, erholsame Woche in Ungarn verbracht. In der Zeit ist es mir tatsächlich gelungen, vom Alltag abzuschalten, wenngleich mich diese Dinge wohl sehr schnell wieder einholen werden. Dennoch war es Ausgleich und Entspannung für mich. Die Ausflüge nach Wien und Budapest waren sehr interessant und die Fahrten nach Csorna zum Einkaufen waren ebenfalls durchaus beachtenswert und haben mir auch Einblicke in das Leben der „normalen Menschen“ in Ungarn gegeben.

Mein besonderer Dank geht dieses Mal an Marco, der es mir ermöglicht hat, meinen Urlaub so zu (ver-)legen, dass ich diese Reise machen konnte. Dann natürlich auch an Sebastian, der mich quasi eingeladen und letztlich an Zsuzsa, die mich in Ihrem Haus mit aufgenommen hat.

Sonntag, 09.09.2012

Wir stehen um 7:00 Uhr auf und packen unsere Sachen zusammen. Dann frühstücken wir und räumen noch die restlichen Sachen (Stühle, Tisch, etc.) auf, bevor wir um 10:00 Uhr in Rábatamási losfahren. Wir halten unterwegs noch kurz im Penny in Sopron und nehmen uns Kaffeegetränke und einen Snack mit. Die Geschäfte haben hier auch am Sonntag regulär geöffnet. Dann geht es weiter über die Grenze. In Siegendorf (Österreich), gleich nach der Grenze, tanken wir für 1,464 €/l nochmal voll. Dann geht die Fahrt weiter bis wir in St. Valentin rasten. Danach folgt eine weitere kurze Pause in der Raststätte Bayerischer Wald bei Passau. Von dort aus geht es durch bis Nürnberg. An der Ausfahrt Nürnberg-Nord beginnt es sich extrem zu stauen. Gut dass wir hier runter müssen. Wir laden, in Nürnberg angekommen, die Sachen von Sebastian und Juliane aus und quatschen noch kurz. Dann mache ich mich auf den restlichen Heimweg nach Georgensgmünd. Dort lade auch ich meine Sachen aus und schmeiße die Waschmaschine an. Den Rest des Abends verbringe ich mit dem Durchsehen der Post und meiner eMails. Dabei genieße ich ein Glas ungarischen Rotwein und lasse die letzten Tage revuepassieren. Ich schreibe die letzten Zeilen meines Reisetagebuches, bevor ich mich ins Bett begebe.

Samstag, 08.09.2012

Um 7:30 Uhr blitzt mir im Bett die Sonne ins Gesicht und ich verschwinde unter der Dusche. Danach schreibe ich wie üblich an meinem Reisetagebuch. Um 8:45 Uhr sind erste Lebenszeichen der beiden anderen zu vernehmen.

Nach dem Frühstück beginnen wir das restliche Wasser mit einer Tauchpumpe aus dem Pool abzupumpen. Sebastian nutzt das Wasser um die umliegenden Bäume zu gießen. In der Zwischenzeit pflücke ich Äpfel und grüne Walnüsse von den Bäumen. Nachdem der Pool leer ist schleifen wir ihn nach vorne zur Terrasse, damit er trocknet. Den darunter liegenden Teppich ziehen wir ebenfalls zum Trocknen in die Sonne.

Anschließend will Sebastian noch den Rasen vor dem Haus mähen. Der Rasentraktor hat jedoch ein plattes Vorderrad und so muss er den normalen Motormäher benutzen. Juliane stößt sich in der Zeit, in der wir im Garten zugange sind, den kleinen Zeh am Schrank an.

Den Rest des Tages verbringen wir auf den Liegen im Garten, zwischendurch legen wir den Teppich zusammen und räumen ihn in den Lagerraum. Juliane ist mittlerweile auch wieder auf den Beinen. Der Zeh hat sich offenbar wieder beruhigt, es scheint also nichts Schlimmeres zu sein.

Gegen 16:45 Uhr beginnt Juliane damit das Abendessen zuzubereiten. Es gibt gefüllte Paprikaschoten. Ich mache die Fleischmasse und werde danach sofort aus der Küche „verbannt“. Also gehe ich wieder raus auf die Liege und genieße das schöne Wetter. Der Himmel ist nahezu wolkenfrei und die Sonne scheint.

Um 18:30 Uhr fährt Zsuzsa nach Csorna um die Oma zu holen. Ich nutze die Zeit und schreibe wieder am Tagebuch. Die beiden sind um 19:15 Uhr wieder zurück, die gefüllten Paprika sind fertig, der Reis dazu auch. Oma hat auch etwas gekocht. Sie hat ungarisches Paprikahuhn und Nockerln dabei und als Nachtisch noch Quarkkuchen.

Nach dem Essen machen wir noch ein Feuer im Aztekenofen und lassen den letzten Abend bei sternenklarem Himmel und angenehmen Temperaturen mit Bier und Caipirinha ausklingen. Ich habe noch nie so viele Sterne zugleich am Himmel gesehen und auch die Milchstraße war sehr deutlich zu erkennen. Um 22:45 Uhr fährt Zsuzsa die Oma nach Hause. Es gibt eine herzliche Verabschiedung und wir räumen noch ein paar Kleinigkeiten weg bevor wir uns nach oben begeben um ins Bett zu gehen. Morgen wollen wir gegen Zehn losfahren, damit wir nicht zu spät daheim sind. Somit ist der siebte und eigentlich letzte Urlaubstag auch vorbei.

Freitag, 07.09.2012

Die Sonne weckt mich mit ihren Strahlen und ich stehe gegen acht Uhr auf. Vom Rest ist noch nichts zu hören und zu sehen.

Ich schreibe an meinem Reisetagebuch und gehe um 9:30 Uhr nach unten. Dann bereite ich mit Zsuzsa das Frühstück vor und wir kochen Letscho dafür. Um ca. 10:00 Uhr kommen Sebastian und Juliane zum Frühstück.

Wir haben für heute nichts Besonderes vor. Also chillen wir nach dem frühstücken etwas in der Sonne. Es ist gemütlich unter den Bäumen auf der Liege und so verbringen wir einige Zeit mit „Nichtstun“. Juliane beschäftigt spielt etwas Nintendo DS und liest mein Reisetagebuch von Lanzarote aus dem letzten Jahr. Am Nachmittag fahren wir nochmal nach Csorna. Wir müssen unsere Postkarten zur Post bringen und ein Paket aufgeben. Danach fahren wir noch zum Eisenwarenhandel und zum Tesco-Markt und kaufen Salami und Hochprozentiges als Mitbringsel für Daheimgebliebene. Außerdem finden sich noch ein paar Kleidungsstücke, die wir günstig erwerben.

Nachdem wir wieder in Rábatamási sind, laden wir erst mal unsere Einkäufe aus. Danach geht es wieder gemütlich zu, es gibt (Eis-)Kaffee und Kuchen und wir chillen weiter. Am frühen Abend, gegen halb Sechs kommt noch ein Handwerker vorbei, der sich die Wasserleitung in der Küche ansehen soll. Seit kurzem wird dort an der Ecke die Wand feucht. Er klopft den Putz an der Stelle weg. Dort sind Rohrverschraubungen mit dem Auslass für die Spülmaschine und es stellt sich heraus, dass offenbar hier ein Leck ist. Er telefoniert und fährt dann los, um die benötigten Teile zu holen. Um kurz nach Sieben ist alles fertig. Die neuen Verschraubungen und ein Stück neues Rohr sind eingesetzt und es tritt kein Wasser mehr aus. Für die ganze Arbeit und das Material verlangt er zusammen 6500 Forint. Das sind umgerechnet etwa 25 €.

Währen dieser Zeit holt Sebastian den Rasentraktor aus dem Häuschen und wir versuchen ihn zum Laufen zu bekommen. Allerdings macht er trotz Überbrückung keinen Mucks. Da scheint wohl noch was anderes nicht zu stimmen… Leider können wir die Batterie und den Rest der Elektrik nicht weiter testen, denn wir haben kein Messgerät dabei. Also brechen wir das „Projekt Rasentraktor“ wieder ab und fahren das Teil wieder ins Häuschen.

Nachdem der Rest des Bauschmutzes weggewischt ist, stellen wir den Unterschrank wieder an seinen Platz und beginnen das Abendessen herzurichten. Es gibt noch den Rest des Nudelauflaufs und Juliane macht einen Salat dazu. Sebastian und ich öffnen noch das Ventil des aufblasbaren Pools (so einer vom Typ „größeres Planschbecken“), damit das Wasser ablaufen kann und wir den morgen zusammenräumen können.

Nach dem Abendessen gehen wir nach oben. Wir sitzen bei einem Caipirinha noch bis etwa 23:30 Uhr am Tisch und reden über Dies und Das, bevor wir ins Bett gehen. Damit findet auch der sechste Tag sein Ende. Morgen müssen wir das Gröbste im und am Haus zusammenpacken, weil wir ja am Sonntag alle abreisen.

Donnerstag, 06.09.2012 –  Ausflug nach Budapest

Gegen 8 Uhr stehen wir auf und gehen, nachdem alle das Bad durchlaufen haben, frühstücken. Das Wetter ist ziemlich bewölkt heute. Um 10:30 Uhr fahren wir los. Wir holen die Oma ab, denn sie möchte ihren kranken Bruder in Budapest besuchen. Dann fahren wir an die Tankstelle um zu tanken und die ungarische Autobahnvignette zu kaufen. Danach geht es los und wir fahren, mit einem kurzen Abstecher nach Tatabánya, wo Zsuzsa etwas abgeben muss, nach Budapest. Dort lotst uns das Navi durch die Stadt zu der Straße in der wir die Oma abliefern sollen. Allerdings stellt sich heraus, dass der Bruder am heutigen Morgen ins Krankenhaus gekommen ist. Also müssen wir die Oma wieder mitnehmen. Wir fahren also weiter zum Helden-Platz (Hösok tére) und parken dort in der Nähe. Wir sehen uns den Platz und die Helden-Skulpturen an. Unter dem Platz und der Straße verläuft die erste U-Bahn Europas. Geht man hier die Haltestelle hinunter fühlt man sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Die Decken sind sehr niedrig und die U-Bahn liegt nur knapp unter der Fahrbahn. Das liegt daran, dass hier kein Tunnel gebohrt, sondern  von oben ausgebaggert wurde (besonderes Merkmal der frühen U-Bahnen, gibt‘s so tlw. auch in London). Die Eisenträger der Konstruktion sind mit einer Vielzahl von Nieten gefertigt. Ein kleiner Bahnsteig, ein schmaler Zug, ein altes hölzernes Kartenverkaufshäuschen. Es ist ein bisschen, als wäre man in einer anderen Zeit. Der moderne Kartenautomat lässt einem dann aber doch wissen, dass auch hier die Technik Einzug gehalten hat. Das Kartenhäuschen ist nicht mehr in Benutzung.

Im Anschluss fahren wir weiter auf die andere Seite der Donau, nach Buda. Während der Fahrt will Zsuzsa hinten das Fenster öffnen, was von einem lauten Geräusch begleitet wird. Das Fenster fährt dann noch nach unten, aber nicht mehr hoch. Zum Glück ist es warm und trocken und so fahren wir mit offenem Fenster weiter und suchen uns einen Parkplatz. Zsuzsa hat inzwischen Attila, einen Bekannten, angerufen, der herkommt und Werkzeug mitbringt, damit wir nachsehen können, was da los ist. Ich schraube kurz die Seitenverkleidung der Türe ab und sehe, dass sich die Glasscheibe aus der Halterung am Fensterhebermotor gelöst hat. Vermutlich ist ein Kunststoffteil abgebrochen. Ich setze die Scheibe wieder auf den Motor. Sie lässt sich dort nur nicht mehr fixieren. Aber zumindest können wir das Fenster schließen und so hält auch die Scheibe in ihrer Position.

Das hat uns etwa eine halbe Stunde Zeit gekostet, aber nun kann es losgehen. Wir laufen zu der Brücke gleich neben dem Parkplatz. Von dort kann man Teile der Stadt sehen und über die Donau blicken. Gegenüber ist die Seilbahn, die nach oben zum Schloss führt. Wir fahren hinauf und sehen uns die Gemäuer an. Dort oben befindet sich anscheinend auch der Sitz des Bundespräsidenten. Vor dem Gebäude sind kleine Wachhäuschen postiert vor denen regungslos uniformierte Soldaten stehen. Das erinnert ein wenig an die Wachen in England. An der Rückseite des Platzes sind Bauarbeiten im Gange. Dort werden offenbar alte Grundmauern freigelegt. In den meiste Fällen ist es so, dass Juliane, Sebastian und ich vor laufen, Zsuzsa kommt mit der Oma, die nicht mehr so schnell rumrennt wie wir, hinterher. Zwischendurch treffen wir uns dann an den Plätzen, an denen wir uns länger aufhalten.

Nachdem wir von den oberen Aussichtsplattformen über die Stadt gesehen und Fotos gemacht haben, gehen wir weiter Richtung Fischerbastei. Auf dem Weg kaufen wir ein paar Ansichtskarten und wollen dann noch zur Post um Briefmarken zu holen. Die Post hat aber schon zu. Es soll jedoch einen Briefmarkenautomaten geben. Wir laufen also weiter und Sebastian findet den Automaten und bringt die Marken. Im Anschluss setzen wir uns in ein Kaffee. Daneben ist ein kleiner Park in dem zwei Geigerinnen Musik machen. Nach erfolgreichem Verspeisen von Kaffee, Kuchen, Eis und Getränken gehen wir weiter und erreichen schließlich die Fischerbastei. Die Sonne steht perfekt und strahlt die Gebäude und Türme an. Das sollte einige schöne Bilder geben. Sebastian kauft als Andenken noch einen Kühlschrankmagneten. Wir bewegen uns langsam wieder Richtung Auto, die Damen möchten Ihre Jacken holen, weil es mittlerweile fast 19:00 Uhr ist und schon etwas frischer wird. Die Oma ist langsam erschöpft und möchte nicht mehr weiter laufen. Wir wollen aber noch bleiben bis es dunkel wird und die Lichter angehen. Also fahren wir über die Brücke ans andere Donauufer und parken dort. Dann laufen wir etwas an der Uferpromenade entlang und setzen uns in den Biergarten eines Lokals. Dort beschließen wir noch etwas zu essen, weil wir ja doch recht spät heimkommen werden. In dem Lokal spielt eine Jazz-Band live und auf der Straße tanzen die Leute zur Musik. Wir machen uns gegen 22:00 Uhr auf den Heimweg. Nach Ablieferung der Oma zuhause erreichen wir um Mitternacht Rábatamási. Am Bahnübergang am Anfang der Ortschaft blinken die roten Signale und die Schranken sind herunter gelassen. Als wir näher heranfahren sehen wir, dass Bauarbeiter dabei sind am Bahnübergang Ausbesserungsarbeiten durchzuführen. So müssen wir umdrehen und eine andere Strecke fahren. Kurz vor halb eins sind wir dann da und gehen zügig ins Bett. Es war ein eindrucksvoller, aber auch anstrengender fünfter Tag in Ungarn.

Mittwoch, 05.09.2012

Ich stehe um 8:00 Uhr auf und schreibe mein Reisetagebuch. Um 9:00 Uhr folgt der Rest der Urlaubsmeute. Dann geht’s zum Frühstück, welches sich verzögert, weil Sebastian um mittlerweile 9:30 Uhr mit seiner Morgentoilette noch immer nicht fertig ist.

Nach dem Frühstück legt sich Juliane noch etwas hin. Sebastian und ich machen uns daran aufzuschreiben, was wir alles brauchen. Wir wollen am Haus das ein- oder andere reparieren oder instand setzen. Wir fahren also zusammen mit Zsuzsa nach Csorna. Juliane bleibt zuhause. Es geht wieder auf den Kraterparkplatz. Dort gibt es einen Elektroladen, wo wir Kabel und Klemmen besorgen. Im Esszimmer soll eine neue Lampe angebracht werden. Wir gehen weiter um die Ecke zu einem Lampengeschäft und erstehen eine zweiflammige Deckenlampe. Sie ist aus Metall, dunkel gehalten, mit Verzierungen sowie Dekosteinen und in den Lampenschirmen sind Ornamente ausgeschnitten. Dann geht es noch in einen Laden in dem es Haushaltswaren wie auch Schrauben und Handwerkerbedarf gibt. Ein Laden wie ich ihn von früher bei uns auch noch kenne. Schön, so was nochmal zu sehen, in Deutschland sind solche Läden vermutlich ausgestorben. Wir holen noch etwas Lebensmittel im Tesco-Markt und dann geht es wieder zurück.

In Rábatamási angekommen, können wir nicht mehr in die Straße zum Haus einfahren, weil der Bagger alles davor aufgegraben hat. So müssen wir hinten rum über einen Trampelpfad fahren und erreichen so das Haus. So ist das hier… Nachdem wir ausgeladen haben machen wir kurz eine kleine Brotzeit und fangen dann mit unseren Arbeiten an. Sebastian repariert die Haltestange in der Dusche und ich die Fliegenschutztür am Eingang. Dann montieren wir die neue Deckenleuchte über dem Esstisch und noch zwei schon vorhandene IKEA-Leuchten über der Küchenarbeitsfläche. Ich schließe die Kabel an und es funktioniert alles, was ich auch nicht anders erwartet habe. Im Anschluss schmieren wir noch die quietschenden Türen und  ändern eine Gardinenstange ab. Ich schmeiße mich nach getaner Arbeit noch schnell unter die Dusche. In der Zwischenzeit haben Zsuzsa und Juliane das Abendessen vorbereitet. Es gibt Suppe, Nudelauflauf mit Zucchini und Champignons und Tomate-Mozzarella. Zum Abschluss Maronenpüree mit Schlagsahne.

Nach dem Abendessen setzen wir uns noch auf die Terrasse und lassen den Abend bei einem Bier ausklingen. Es ist noch angenehm warm und so sitzen wir bis ca. 22:00 Uhr draußen. Sebastian und Juliane verschwinden gegen 22:15 im Bett und ich schreibe noch etwas am Tagebuch. Morgen wollen wir nach Budapest. Um 23:00 verkrümle ich mich auch in meiner Kemenate. Tag vier geht damit zu Ende.

Dienstag, 04.09.2012 –  Ausflug nach Wien

Wir stehen gegen 7:30 Uhr auf. Nach dem Duschen montiere ich erst mal das Fliegengitter am Fenster meiner Kemenate. Sebastian will mir eine Nagelschere zum Abschneiden geben… 🙁 Ich Protestiere!!! Ich gehe eine andere holen. Nachdem ich das Netz zurecht geschnitten habe und Sebastian endlich mit dem Rasieren fertig ist, gehen wir frühstücken.

Danach fahren wir gegen 10:00 Uhr los nach Wien und machen ca. eine halbe Stunde später einen Stopp beim Schloss Eszterházy in Fertöd. Wir machen ein paar Fotos von außen und vom Schloss-Vorhof und fahren dann weiter über Pamhagen nach Wien. Dort kommen wir gegen Mittag an und stellen das Auto in einem Parkhaus ab. Parkgebühr 2,80 € pro angefangene Stunde. Von dort aus laufen wir ca. 15 Min. zum Schloss. Das Wetter ist angenehm, es ist zwar etwas bewölkt aber dennoch warm und wir sind froh, dass es nicht ganz so heiß ist.

Das Schloss Schönbrunn hat einen riesigen Schloss-Vorhof und wir lassen erst mal die Kulisse auf uns wirken. Dann entscheiden wir uns dafür die Schlosstour zu machen. Wir kaufen uns die Tickets für die Grand Tour (13,50 € p.P.) und begeben uns zum „Gate A“, so wie es uns von der freundlichen Ticket-Verkäuferin geheißen wurde.

Zur Führung bekommen wir Audio-Geräte, mit denen man durch Eintippen der jeweiligen Raumnummer die Informationen abrufen kann und ins Ohr gesagt bekommt. Die Führung geht insgesamt durch 40 Zimmer des ehemaligen Kaiserschlosses von Franz Josef und Sissi. Im Schloss selbst ist es ziemlich warm und es sich an einigen Stellen Ventilatoren aufgestellt. Ich gehe nach und nach durch die Zimmer und höre mir die Informationen auf dem Audiogerät an. Juliane ist meist ein Zimmer hinter mir, Sebastian lässt sich etwas mehr Zeit. Hin und wieder warten wir bis er aufgeholt hat.

Nach der Führung, gegen 14 Uhr genehmigen wir uns einen Kaffee und ein Stück Kuchen im Schlosscafé. Im Anschluss gehen wir noch zur Orangerie und durch den riesigen Schlossgarten. Die akkurat gepflanzten Bäume, die verwachsenen Alleen und die angelegten Blumenbeete sind sehr beeindruckend, was von der wahnsinnigen Größe des Gartens sowie der Vielzahl von Steinstatuen und Springbrunnen noch unterstrichen wird. Man kann vermutlich alleine einen Tag mit dem Besichtigen des Gartens verbringen. Ich muss bemerken, dass die Kaiser und Könige ja wohl schon ein bisserl „damisch“ (größenwahnsinnig, Anm. d. Verf.) waren… Nach dem Durchstreifen des Schlossgartens wandern wir wieder zurück zum Auto und fahren weiter ins Innere von Wien. Dort wollen wir noch ein Schnitzel zum krönenden Abschluss des Tages verspeisen.

Wir finden einen eingezeichneten Parkplatz in einer Seitenstraße. Eine Anwohnerin, die ebenfalls gerade Ihr Auto in der Straße geparkt hat informiert uns, dass es in der ganzen Stadt diese Parkzonen gibt und man dafür einen Dauer- oder Kurzparkschein braucht. Gut zu wissen, wir müssen also dort weg. Umso besser, dass am Ende derselben Straße die Einfahrt in eine Tiefgarage ist. Also fahren wir dort hinein. Der Parkpreis pro Stunde ist 3,90 €! Was soll‘s. Es bleibt uns wohl nichts anderes übrig.

Von der Parkgarage haben wir noch etwa 15 Min. Fußweg vor uns. Wir biegen in eine belebte, beidseitig mit Läden gesäumte Straße ein. Es ist die „Wollzeile“. Juliane möchte sich noch ein Kreuzworträtselheft besorgen. In Ungarn gibt es die nur in Ungarisch. Also machen wir uns auf die Suche nach einem passenden Geschäft. Es ist kurz vor 18:00 Uhr. Wir finden einen Schreibwarenladen, in dem wir zudem ein paar Postkarten erwerben. Ein paar Häuser weiter ist dann auch schon der Eingang zum Gasthaus Figlmüller. Dort gibt es seit über hundert Jahren (seit 1905) Schnitzel. Laut Angaben bekommt man dort „Das berühmteste Schnitzel Wiens“. Das Lokal ist gut besucht, einige Tische sind reserviert. Der Kellner hätte einen Tisch frei, aber nur bis 19:00 Uhr. Da es um die Ecke, in der Bäckerstraße, ein weiteres Lokal von Figlmüller gibt, gehen wir dort hin. Wir bekommen einen freien Tisch, der gerade abgeräumt wird und bestellen uns Getränke und Schnitzel, dazu Erdäpfel-Vogerl-Salat mit Traubenkernöl. Nach kurzer Wartezeit wird das Essen serviert. Die Schnitzel sind etwa 35 cm im Durchmesser und hängen über den Tellerrand hinaus. Na dann Mahlzeit! Das Fleisch ist sehr zart und weich und, soweit ich das beurteilen kann, von guter Qualität.

Nach unserem Mahl bezahlen wir und machen uns auf den Weg zur Parkgarage. Es ist nun 19:45 Uhr und am Lokal stehen mittlerweile ca. 20-30 Personen bis auf den Gehweg hinaus an, um den nächsten frei werdenden Tisch zu bekommen. Da haben wir wohl ziemliches Glück gehabt. Man sollte dann also wohl doch lieber reservieren, wenn man solche Wartezeiten vermeiden möchte… Nun geht die Reise zurück nach Ungarn. Wir laufen durch den Wiener Stadtpark zurück zum Auto. Nachdem wir Wien verlassen haben sind die Straßen ziemlich frei und wir kommen zügig voran. Die letzten Kilometer fahren wir auf einer ungarischen Landstraße. Diese befährt man am besten mittig, sofern kein Gegenverkehr kommt, weil dort überall allerlei Getier kreucht und fleucht (Insekten, Ratten, Frösche, Wild, etc.). Gegen 21.45 Uhr erreichen wir das Anwesen in Rábatamási. Wir sitzen noch kurz bei einem Feierabendbier auf der Terrasse und berichten von unseren Erlebnissen. Weiter erfahren wir, dass die Oma im Laufe des Tages mit einem Bekannten zurück nach Hause gefahren ist. Um 22:30 fallen wir ins Bett; der dritte Tag ist somit „geschafft“. Für morgen haben wir nichts Bestimmtes geplant.

Montag, 03.09.2012

Ich wache kurz vor sechs Uhr das erste Mal auf. Es ist noch fast dunkel. Da ich Urlaub habe beschließe ich mich nochmal umzudrehen. Eine Stunde später ist es schon heller. Es ist heute etwas bewölkter, die Sonne versucht sich Ihren Weg durch die Wolken zu bahnen. Ich stehe gegen sieben Uhr auf und wandere unter die Dusche. Nun ist Zeit, mit dem Schreiben des Reisetagebuchs zu beginnen. Die restliche Sippschaft schläft noch, was sich gegen acht Uhr ändert.

Wir gehen die Treppe nach unten. Die Oma ist schon dabei zum Frühstück Letscho zu kochen. Weiter gibt es Wurst, Käse, getoastetes Weißbrot sowie eine von Juliane frisch zubereitete Quarkcreme mit Passionsfrucht. Es ist schon fast halb zehn. Ich bemerke, dass der Nachbarshahn offenbar etwas zu spät dran ist, wenn er jetzt erst kräht. Es scheint ihm aber nichts auszumachen.

Wir räumen den Rest des Frühstücks weg und machen uns daran aufzuschreiben, was wir alles einkaufen wollen. Ich hatte natürlich nicht alles – habe meine Sonnenbrille vergessen. Also kommt sie mit auf den Zettel zu Brot, Getränken, usw. Dann fahren wir mit Sebastians Oma los nach Csorna. Dort parken wir auf einem Parkplatz in einem Innenhof, dessen Bodenbeschaffenheit eher einer Kraterlandschaft als einem Betonboden gleicht. Nachdem die Oma die Batterien Ihres Blutdruckmessgerätes tauschen hat lassen, fahren wir sie nach Hause und gehen dann im Tesco-Supermarkt einkaufen. Dort bekomme ich auch eine Sonnenbrille. Nach dem Einkauf holen wir die Oma wieder ab. Sie nimmt noch eine ganze Menge Weintrauben, die in Ihrem Garten wachsen, mit.

Zurück in Rábatamási laden wir unsere Einkäufe aus. Der Tisch und die Stühle wurden von der seitlichen auf die vordere Terrasse umgeräumt, weil es hier jetzt angenehmer zu sitzen ist. Es ist mittlerweile kurz nach 14 Uhr und es wird eine Apfelsuppe aufgetischt. Eigentlich sollte diese als kalte Sommersuppe gegessen werden, aber sie ist auch lauwarm OK. Danach gibt es noch Reis-Hackfleisch-Blumenkohl-Auflauf mit selbst gemachtem Joghurt. Sehr lecker! Dazu trinken wir „Traubisoda“, das wir im Tesco-Markt gekauft haben. Das ist eine rote Traubenschorle.

Nach dem Essen schmeißt sich Sebastian auf die Liege unter dem Baum und Juliane spielt auf dem Nintendo DS ein „Bakterienspiel“ :-). Ich nutze die Zeit um am Tagebuch zu schreiben. Dazu trinke ich eine Tasse Kaffee.

Gegen halb fünf fahren Sebastian und Juliane noch ins Thermalbad nach Kapuvár um ihre Haut dem Schwefelwasser hinzugeben. Ich unterhalte mich etwas mit Zsuzsa. Dann fährt sie mit dem Rad ins Dorf um frisches Wasser von der Quelle zu holen. Zeit für mich noch einen Kaffee zu trinken.

Etwa um 19:00 Uhr kommen Sebastian und Juliane vom Thermalbad zurück. Jetzt mache ich mich mit Sebastian nochmal auf den Weg, um eine freie Wiese zum Kiten zu finden. In direkter Nähe vom Haus verlaufen leider Oberleitungen, also fahren wir ein Stück aus dem Dorf hinaus. Dort finden wir links eine abgemähte Wiese. Die ist perfekt. Es geht ein leichter Wind und wir packen die Lenkmatte aus. Anfangs ist der Wind noch recht schwach und die Kammern wollen sich nicht so recht mit Luft füllen. Dann frischt der Wind aber etwas auf und die Matte fliegt. Anmutig bewegt sie sich durch die Luft. Leider wird es jetzt dunkel und so packen wir alles wieder ein und fahren zurück.

Wir vespern noch etwas von unseren eingekauften Sachen, die Oma hat Maiskolben gekocht. Dazu gibt es wieder ein ungarisches Seidla Bier. Um ca. 9 Uhr verzieht sich Juliane ins Bett, Sebastian und ich gehen gegen halb zehn nach oben und schauen noch kurz im Internet wegen der morgigen Fahrt nach Wien. Als Absacker gibt es dazu ein Glas ungarischen Rotwein. Weil das Guthaben auf der SIM-Karte aber dann aufgebraucht ist, brechen wir ab und beschließen am nächsten Morgen auf Zsuzsa‘s Notebook nachzuschauen. Wir gehen gegen 22:00 Uhr ins Bett. So findet auch der zweite Tag sein Ende.

Sonntag, 02.09.2012

Ich wache auf und schaue auf meinen Wecker: 2.29 Uhr. Verdammt! Irgendjemand hat vergessen das Ding scharf zu schalten… Um zwei Uhr wollte ich aufstehen. Jetzt aber schnell. Ich hatte eigentlich vor, um halb vier in Nürnberg zu sein und das ohne Stress… Also schnell unter die Dusche und die gepackten Sachen ins Auto verfrachten. Hab ich alles? Ich glaube ja. Um kurz nach drei fahre ich also los. Noch einen Zwischenstopp bei der Bank, um etwas Geld abzuheben. Dann geht’s ab nach Nürnberg – Sebastian und seine Freundin Juliane abholen. Ich bin um 4:00 dort. Wir laden das Gepäck der beiden ein. Dazu kommen noch ein Fernseher, und ein paar Kartons, die wir mitnehmen sollen und dann geht es auch schon los. Juliane hat zudem einen Korb „Marschverpflegung“ dabei.

Die erste Rast machen wir kurz vor der österreichischen Grenze. Wir tanken nur so viel, dass wir noch bis nach Österreich kommen, weil da der Sprit evtl. günstiger sein könnte. Dazu kaufen wir gleich das „Pickerl“ (österreichische Autobahnvignette, Anm. d. Verf.). Wir machen eine kurze Vesper und fahren weiter. Bei der zweiten Rast in der Raststätte Ansfelden tanken wir voll. Der Sprit in Österreich kostet genau so viel wie in Deutschland, also was soll‘s. Dann spendiert Sebastian noch einen Kaffee im dortigen Rosenberger Restaurant. Danach geht es weiter und nach etwa zwei Stunden machen wir erneut eine Pause an einem österreichischen Rastplatz. Hier wundern wir uns nur über den ziemlich vermüllten Parkplatz und fahren nach kurzem Aufenthalt weiter in die letzte Etappe. Das Wetter war die ganze Fahrt über eher trüb, der Himmel war bewölkt. Fast exakt mit dem Passieren der österreichisch-ungarischen Grenze reißt der Himmel auf und die Sonne kommt durch.

Nach gut 600 km Fahrstrecke kommen wir schließlich um 12:00 Uhr in Rábatamási an. In dem Ort wird gerade die Kanalisation gebaut und die Erde ist an den Straßenrändern überall aufgegraben. Über eine schmale, nicht aufgebuddelte Stelle biegen wir in die Straße Táncsics Mihály utca ein, an deren Ende unser Ziel auf der rechten Seite liegt. Das eiserne Einfahrtstor am ehemaligen Anwesen eines Eisenbahners wird geöffnet und wir fahren in den Hof ein.  Dort werden wir von der „Hausherrin“ Zsuzsa (Sebastians Mutter) und deren Mutter (Sebastians Oma) in Empfang genommen.

Vor dem Haus ist eine gepflasterte Fläche, eine Art Terrasse, von der aus man in den unteren Teil des Hauses, einen ehemaligen Schafstall, gelangt. Ebenso führen zwei Türen in einen Art Hauswirtschaftsraum sowie in einen Lager-/Abstellraum. Von der Terrasse aus führt eine Treppe nach oben in den zweiten Teil des Hauses. Dort logieren wir. Es gibt am Eingang des Grundstückes, neben dem besagten Eisentor noch eine Haustüre, die ebenfalls in die obere Wohnung führt. Dort gibt es einen runden Tisch mit sechs Stühlen, ein Bad, ein Wohnzimmer, drei Schlafzimmer und eine Küche, von der aus man zu der Außentreppe nach unten gelangt. Zwei der Schlafzimmer sind mit Doppelbetten ausgestattet. Dazu gibt es ein „Einzelzimmer“. Ich wähle das Einzelzimmer als meine Kemenate aus und bringe mein Gepäck hinein.

Sodann steht das Mittagessen schon bereit. Es gibt ungarische Gulaschsuppe mit Weißbrot und selbst gebackene, noch warme kleine semmelartige Gebäcke. Die heißen „Pogácsa“. Dazu wird in einer großen Glaskaraffe Wasser aus einer Quelle im Dorf gereicht. Als Nachtisch gibt es noch Apfelkuchen. Ich befürchte, dass wir in diesem Urlaub nicht hungern müssen…

Nach dem ausgiebigen Mahl laufe ich durch das Anwesen mit jeder Menge Bäumen und sehe mir alles etwas genauer an. Es gibt Walnuss-, Zwetschgen- und Apfelbäume, ein paar Holunderbüsche und auch Nadelbäume. Einige sind schon ziemlich alt und verwachsen. Auch am ehemaligen Pool hat der Zahn der Zeit genagt. Der Rasen ist ziemlich ausgedörrt, denn die letzten Wochen waren Berichten zufolge sehr heiß und trocken. Im Garten befindet sich noch ein kleines Häuschen, in dem sich der Rasenmähertraktor und Brennholz befinden.

Wir schnappen uns ein paar Liegen und machen es uns unter einem Baum im Schatten bequem. Nach der langen Fahrt ist es nun erst mal Zeit etwas zu chillen. Im Garten erlebt man die pure Natur. Unter der Wiese habe sich Wühlmäuse und Maulwürfe einnistet. Ein Specht klopft immer wieder an einem der Bäume und es ist allerlei Vogelgezwitscher zu hören. Im Gras trifft man hin und wieder auf einen Frosch oder eine Eidechse.

Nachmittags trinken wir Kaffee und essen Sebastians (fast alleine gebackenen) Schokoladen-Browniekuchen. Geschätzte Kalorienzahl pro Stück: 12.000!

Sebastian befindet sich in reger Unterhaltung mit seiner ungarischen Oma, die er seit drei Jahren nicht mehr gesehen hat. Da wir (Juliane und ich) von dem Gespräch eh nichts verstehen, beschließen wir etwas Karten zu spielen. Ich habe mein „SET“-Spiel dabei und wir spielen einige Runden. Langsam dämmert es und es wird frischer. Es wird beschlossen, zum Abendessen nach innen in die Wohnung zu gehen.

Die untere Wohnung besteht aus einem großen Hauptraum mit Küche, Essplatz und Sofaecke, in den man von der vorderen Terrasse aus durch die Haupttüre gelangt. An den Raum grenzen ein Bad sowie zwei Schlafzimmer an. Von einem der Schlafzimmer kommt man über eine Türe auf die seitliche Terrasse.

Das Abendessen besteht aus Brot, Wurst, Käse und den letzten beiden Tellern Gulaschsuppe. Die bekommen Sebastian und ich. Dazu trinken wir ungarisches Bier. Nach dem Essen gehen wir nach oben. Wir spielen noch etwas Karten (Ligretto) und fangen eine Spinne. Gegen halb elf verschwinden wir ins Bett. Der erste Urlaubstag in Ungarn ist zu Ende.